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Ordensschwester Bertha (Cäcilia Eberhard) ist mit 103 Jahren gestorben
Im Alter von über 103 Jahren ist am vergangenen Freitag, 1. April im Strasbourger Mutterhaus der „Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz“ die aus Fischingen stammende Ordensschwester Bertha (Cäcilia Eberhard) nach ganz kurzer Krankheit verstorben. Das Foto zeigt die Verstorbene an ihrem 100. Geburtstag, den sie am 22. November 2012 im Heimatdorf Fischingen feiern konnte.
Privatbild
Ein Leben im Dienste der Kranken ging zu Ende

Ordensschwester Bertha (Cäcilia Eberhard) ist mit 103 Jahren gestorben

Am vergangenen Freitag, 1. April, verstarb in Straßburg nach kurzer Krankheit, im Alter von mehr als 103 Jahren, die aus Fischingen stammende Ordensschwester Bertha (Cäcilia Eberhard).

06.04.2016

Fischingen/Straßburg. Nach einem Sturz am Palmsonntag, der einen Oberschenkelbruch zur Folge hatte, wurde sie im Straßburger Hospital operiert und in die Krankenstation ihres Mutterhauses der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz verlegt, wo sie anschließend starb.

Am heutigen Mittwoch, 6. April, findet um 14.30 Uhr in der Kirche des St. Vinzenz-Mutterhauses das Toten-Requiem und anschließend die Beisetzung auf dem Ordensfriedhof im Straßburger Vorort Schiltigheim statt.

Noch vor drei Jahren konnte die Verstorbene, am 22. November 2012, im Heimatdorf Fischingen unter großer Anteilnahme und bei guter Gesundheit ihren 100. Geburtstag feiern.

Sie war auch bisher die erste in Fischingen geborene Person, die 103 Jahre alt wurde. Mit der verstorbenen Schwester Bertha geht in Fischingen auch eine Tradition der Ordensberufe zu Ende.

Schwester Bertha trat mit 17 Jahren in den Orden des „Heiligen Vinzenz von Paul“ – ins Mutter-haus Straßburg ein. Eine Tante, Schwester ihres Vaters, war dort bereits „Vinzentinerin“. Sie erlernte den Beruf einer Krankenschwester. Mit 20 Jahren, im Mai 1933, legte sie ihre ewigen Gelübde ab. Am 3. Mai 2013 feierte sie das 80-jährige Jubiläum ihrer Profess.

Als Krankenschwester verbrachte die Jubilarin ihr gesamtes Ordensleben im Elsaß und war dort an verschiedenen Krankenhäusern und Hospitälern tätig. Von 1956 bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1983 war sie leitende Stationsschwester im „Centre Hospitalier“ in Selestat. Dort verbrachte sie auch den größten Teil ihres Lebensabends in einer kleinen Schwesternkommunität, bis sie vor zwei Jahren, aufgrund einer Umstrukturierung, nach Andlau versetzt wurde.

„Soeur Berthe“ war mit ihren 103 Jahren die älteste Ordensschwester ihrer Kongregation und die noch einzige, deutschstämmige Schwester des Mutterhauses der Vinzentinerinnen in Straßburg.

Im Ruhestand sorgte sie sich viele Jahre um den Blumenschmuck in der Krankenhauskapelle des „Centre Hospitalier“ in Selestat sowie in der benachbarten Kirche „Notre Dame de la Paix“. In der dortigen Pfarrgemeinde war sie auch jahrzehntelang sozial engagiert.

Immer mit Fischingen verbunden geblieben

Die Verstorbene wurde am 22. November 1912 in einem gläubigen Elternhaus ihrer Eltern Johannes Eberhard und Berta, geb. Rebmann, in Fischingen geboren. Gemeinsam mit fünf Schwestern und fünf Brüdern wuchs sie auf. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges musste sie um drei ihrer gefallenen Brüder trauern und sorgte sich um zwei weitere Brüder, die lange Jahre in Frankreich und Russland in Gefangenschaft waren. Die fünf Schwestern sind ihr alle im Tod vorausgegangen.

Dass sie ein so hohes Alter erreichte, sah Schwester Bertha vor drei Jahren, an ihrem 100. Geburtstag, als besondere Gnade, war sie doch als Säugling mit sechs Monaten so krank, dass sie zu sterben drohte und an ihrem Kinderbettchen bereits der Rosenkranz gebetet wurde.

Mit ihrer Heimatgemeinde hielt die Verstorbene, die im Dorf allgemein von allen „Schwestertante“ genannt wurde, stets Kontakt, interessierte sich immer für das dörfliche und kirchliche Leben im Heimatdorf Fischingen. Ihren alljährlichen Heimaturlaub verbrachte sie im Haus der Familie ihrer Nichte Margarethe Wangler, geborene Speier und Werner Wangler, in ihrem früheren Elternhaus in der Fischinger „Felsenburg“.

Als Ordensschwester hatte sie auch das Glück, von dankbaren Patienten, mehrmals gestiftete Wallfahrten nach Lourdes und Rom unternehmen zu können. Auch die großen elsässischen Wallfahrtsorte wurden von Schwester Bertha jährlich besucht, wie auch im Heimaturlaub jeweils das „Weggental“ in Rottenburg, die Abtei Beuron, der Palmbühl bei Schömberg oder die Klosterkirche Birnau am Bodensee ihre Ziele waren.

Um die verstorbene Schwester Bertha trauern im großen Familienkreis, der 92-jährige Bruder Meinrad Eberhard und die 87-jährige Schwägerin Gretel, Cousin und Cousinen, zahlreiche Nichten, Neffen, Großnichten und Großneffen sowie Urgroßnichten und Urgroßneffen.

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06.04.2016, 01:00 Uhr

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