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Peter Eisele ist der erste hauptamtliche Kommandant der Rottenburger Feuerwehr
Peter Eisele an seinem Kommandantenwagen beim Rottenburger Rettungszentrum an der Sülchenstraße. Bild: Fleischer
Kommandant Eisele will die Zahl der Einsätze verringern

Peter Eisele ist der erste hauptamtliche Kommandant der Rottenburger Feuerwehr

Seit April ist Peter Eisele Chef der Rottenburger Gesamt-Feuerwehr, aber derzeit ist der 44-Jährige noch die meiste Zeit in Bruchsal. Dort bei der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg macht er eine 13-monatige Ausbildung speziell für seinen Einsatz in Rottenburg.

22.11.2016
  • Gert Fleischer

Da geht es nicht um eine spezifische Führungsschulung für Eiseles Aufgaben als Stadtbrandmeister, sondern er wird fit gemacht im vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz. Der nimmt 30 Prozent seiner Arbeit in Rottenburg ein.

Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz soll verhindern, dass die Feuerwehr überhaupt ausrücken muss. Eisele arbeitet in diesem Bereich künftig mit der Baurechtsbehörde zusammen. In der Vergangenheit war der Kreisbrandmeister beratend für die Stadt Rottenburg tätig, obwohl sie als Große Kreisstadt eine eigene Baurechtsbehörde hat. Nun, mit einem hauptberuflichen Feuerwehrkommandant, muss Rottenburg diesen Fachbereich selbst abdecken.

Wenn Eisele unter der Woche in Bruchsal ist, machen seine drei ehrenamtlichen Stellvertreter Michael Frank, Klaus Welte und Bernhard Schick den Einsatzleiterdienst in Rottenburg. Diese im Vergleich zu früher breitere Arbeitsteilung gilt, wie Eisele berichtet, auch dann, wenn er nach seiner Prüfung im Frühjahr Rottenburg voll zur Verfügung steht. „In der Woche mach’ ich die Einsatzleitung, am Wochenende meine drei Stellvertreter.“ So könne er seine Arbeitszeit einhalten (41-Stunden-Woche), zugleich den Fähigkeiten seiner Kollegen vertrauen und sie in die Verantwortung einbinden.

„Ich freue mich auf die vielfältigen Aufgaben in Rottenburg“, sagt Eisele, „vor allem, dass ich mit meinen Ideen die Feuerwehr zukunftsfähig gestalten kann“. Als jemand, der neun Jahre als Disponent bei einer großen Berufsfeuerwehr (Stuttgart) gearbeitet, traut er sich zu, einige Stellschrauben zu drehen. Gleich fügt er hinzu, dass die Struktur bei der Rottenburger Wehr „ausgezeichnet“ sei. Die Ausrückebereiche, zu denen je zwei oder drei Abteilungen organisatorisch und sich gegenseitig unterstützend zusammengezogen wurden, funktionieren. Eisele: „Das ist meines Erachtens perfekt.“ So sei gewährleistet, dass eine Einsatzgruppe – das sind neun Leute – im Einsatzfall schnell vor Ort ist. Spätestens 17 Minuten nach dem Alarm sollen nach den Richtlinien „erste Maßnahmen greifen“, wir Eisele sagt.

Mittel- und langfristig seien wahrscheinlich Anpassungen bei der Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrleute nötig, erklärt Eisele. Es gelte, die Kooperationsbereitschaft der Arbeitgeber zu pflegen. Eisele will die hohe Zahl der Feuerwehr-Einsätze reduzieren und deshalb stärker zwischen Pflicht- und Kann-Aufgaben trennen: „Wir müssen aufpassen, dass wir die ehrenamtlichen Kräfte tagsüber nicht wegen irgendwelcher Aufgaben vom Arbeitsplatz holen, die keine eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr sind.“

Eine Ölspur auf der Straße mit mit Bindemittel abzustreuen nennt es als Beispiel. Korrekterweise seien dafür die Straßenbaulastträger zuständig, also Gemeinde (Bauhof), Kreis, Land oder Bund. „Es gibt mittlerweile auch Privatfirmen, die das sehr gut machen.“ Tierfreunde müssen nicht fürchten, denn Tierrettung sei für die Feuerwehr Pflichtaufgabe.

Er werde als Kommandant auch zu schauen haben, wie er die 550 Feuerwehrleute der 18 Rottenburger Abteilungen motiviert. Das gelte für Jugendliche genauso wie für die Erwachsenen. Eisele sagt: „Mitglied der Feuerwehr zu sein ist zwar ein Ehrenamt, aber eines, dasLeben, Hab und Gut rettet.“

Die Ehrenamtlichkeit hält Eisele für Rottenburgs Feuerwehr für richtig. Er glaube nicht, dass sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren daran etwas ändern muss. Außer ihm gibt es einen hauptamtlichen Gerätewart und einige auf 450-Euro-Basis.

Die technische Ausstattung der Wehr sei „für Rottenburg sehr gut“. Ein Auto werde immer mal zu ersetzen sein. Die Tendenz gehe zum Prinzip der Wechsellader: Da gibt es so genannte Abrollcontainer mit unterschiedlicher Ausstattung, die je nach Einsatzbedarf auf einem Transportfahrzeug befestigt werden. Dieses flexible Konzept spare Platz und Geld.

Ein mit 800000 Euro richtig teures Ersatzfahrzeug peilt Peter Eisele für 2018 an: Die Drehleiter in der Abteilung Stadtmitte, 28 Jahre alt, müsse ersetzt werden. Drehleitern sichern den zweiten Rettungsweg, wenn der erste, das Treppenhaus, unpassierbar ist.

Peter Eisele wohnt in Ofterdingen. Auf Sicht gesehen denkt er, der zusammen mit seiner Frau einen neunjährigen Sohn hat, an einen Umzug nach Rottenburg. Nach einem Jahr Ausbildung wolle er aber erst mal durchatmen.

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22.11.2016, 01:00 Uhr

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