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Rote Karte nach sieben Minuten
Fußball-Bezirksliga| Spiel des Tages

Rote Karte nach sieben Minuten

Der Sulzer Torwart wird für ein Handspiel knapp außerhalb des Strafraums hart bestraft. Wachendorf gewinnt dank Leistungssteigerung nach der Pause klar mit 5:1 (0:0).

31.03.2018
  • Jürgen A. Klemenz

Das tat doppelt weh: Schon nach sieben Minuten verlor am Gründonnerstag der VfR Sulz im Kellerduell gegen den SV Wachendorf Torwart Adrian Redel, der einen halben Meter vor der Strafraumgrenze beim Rettungsversuch gegen Wachendorfs Tobias Böhm den Ball mit dem Oberarm abwehrte. Schiedsrichter Jonas Toranzo aus Bisingen schickte Redel per Roter Karte vom Feld. Die erste Halbzeit überstand der VfR Sulz unbeschadet, nach der Pause legte Wachendorf einen Zahn zu und gewann am Ende mit 5:1 ein Spiel, das mit Bezirksligafußball sehr wenig zu tun hatte.

Rückblick auf den Rundenbeginn. Da wurde Vizemeister VfR Sulz und der letztjährige Dritte SV Wachendorf auch diese Saison wieder zum engeren Favoritenkreis gezählt. Heute, ein halbes Jahr später, sieht die Realität ganz anders aus: Beide Teams spielen eine Klasse schlechter als vergangene Saison und stecken folglich im Abstiegskampf. Vor allem Sulz steht das Wasser nach dem 1:5-Heimdebakel gegen Wachendorf bis zum Hals, während sich die Wachendorfer zumindest vorübergehend mal ein bisschen Luft verschafft haben. Erschreckend schwach war das spielerische Nivea von beiden Mannschaften vor allem in der ersten Halbzeit. Bei Wachendorf wurde es nach der Pause ein bisschen besser – und da fielen dann auch die Tore.

Leerlauf vor der Pause

Wachendorf legte los wie die Feuerwehr. Schon nach 40 Sekunden jagte Dominik Saile einen Schuss haarscharf am langen Pfosten vorbei. Nach sieben Minuten dann der Schreckmoment für die Sulzer: Langer Ball auf Wachendorfs Stürmer Tobias Böhm, der der Hintermannschaft entwischt war. VfR-Keeper Adrian Redel springt mit breiter Brust und ausgefahrenen Armen dem Ball entgegen, für ihn fatalerweise einen halben Meter außerhalb des Strafraums. Mit dem Oberarm klärt Redel. Klare Torchance verhindert, Schiedsrichter Toranzo zückt die Rote Karte. Für Redel kommt Ersatzkeeper Falk Kitzlinger, der in den folgenden gut 80 Minuten zum besten Mann seiner Elf werden sollte.

So komisch sich das anhört: In Überzahl war der Anfangsschwung der Wachendorfer wie weggeblasen. „Die Rote Karte hat uns nicht gut getan. Wir wurden lethargisch, wir haben ohne Mumm gespielt, das sollten wir ganz schnell abhaken“, konnte sich Spielertrainer Markus Link das Gekicke bis zum Pausenpfiff nicht erklären. Denn es gab nur noch eine nennenswerte Szene: Das war in der 27. Minute, als nach einer weiten Flanke auf Dominik Saile dieser vom Fünfmetereck den Ball auf Tobias Kaufeld spielte, der eigentlich freie Bahn hatte, aber den Ball nicht richtig traf, so dass dieser neben den Pfosten zu gehen schien. Dort aber kam noch Tobias Böhm ans Leder, der aus ganz spitzem Winkel schoss, das Leder aber parallel zur Torlinie entlang hoppelte. Es war übrigens die letzte Aktion von Böhm, der nach einem Zweikampf mit Dennis Steinwand in der 32. Minute verletzt vom Platz musste.

Bei Sulz versuchte der reaktivierte Benjamin Schuhmacher in seinem zweiten Spiel nach halbjähriger Pause auf der Sechs wenigstens ein bisschen Ordnung in den Spielablauf zu bringen. Schuhmacher hat nach seinem Comeback erst einmal trainiert und sah die Qualität schon deutlich niedriger als in der vergangenen Saison. „Da sind schon große Unterschiede“ , allerdings spielte Sulz auch ersatzgeschwächt. Vor allem im Angriff machte sich das Fehlen von Yasin und Sonay Erdem bemerkbar.

Nach der Pause fiel schnell eine Vorentscheidung: „Ich hab’ wohl die richtigen Worte gefunden. Wir wollten mehr über die Außen spielen, und das hat geklappt“, sagte Markus Link. Türöffner für die Wachendorfer war schon in der 46. Minute Benedikt Drössel mit einem sehenswerten Schuss ins lange Dreieck. Tobias Kaufeld legte nach einem Pass in die Tiefe von Marvin Petzschner mit einem Knaller unter die Latte das 2:0 nach (53.). Bei Sulz keimte kurz Hoffnung auf, als Mika Lörcher mit einem Freistoß aus spitzem Winkel Wachendorfs Keeper Luca Dolgow überraschte (69.), aber Oldie Florian Fehlhauer machte die Sulzer Hoffnungen schnell mit dem 3:1 zunichte (75.). In den letzten Minuten schraubten die Gäste das Ergebnis noch durch Tore von Thomas Schmidt per Freistoß (83.) und Marvin Petzschner (88.) auf 5:1 hoch. „Wir sollten die fünf Tore nicht überbewerten und die Kirche im Dorf lassen. Wir haben 80 Minuten in Überzahl gespielt, da brauchen wir uns nicht zu rühmen“, sagte Markus Link.

Das Spiel des Tages im Steno:

VfR Sulz – SV Wachendorf 1:5 (0:0).

Tore: 0:1 (46.) Benedikt Drössel, 0:2 (53.) Tobias Kaufeld, 1:2 (69.) Mika Lörcher, 1:3 (75.) Florian Fehlhauer, 1:4 (83.) Thomas Schmidt, 1:5 (88.) Marvin Petzschner.

Rote Karte: Adrian Redel 8./VfR Sulz. Zuschauer: 120

VfR Sulz: Redel, Cmelik (8. Falk Kitzlinger), Baur, Cozma, Roll, Steinwand, Schuhmacher Lörcher, Golubovic. Huber, Umbrecht.

SV Wachendorf: Dolgow, Kienzle, Faiß, Link, Schweinbenz (78. Schmid), Drössel, Beck (61. Schmidt), Petzschner, Kaufeld, Saile, Böhm (34. Fehlhauer).

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31.03.2018, 01:00 Uhr

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