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Rückschlag vor dem Auftakt
Viktoria Rebensburg war richtig gut in Schuss, ehe sie sich eine Knieverletzung zuzog. Die bittere Folge: Sie muss ihren Saisonstart verschieben. Foto: Imago Foto: Imago
Ski Alpin

Rückschlag vor dem Auftakt

Riesenslalom-Ass Viktoria Rebensburg, im Training in Topform, muss wegen einer Knieverletzung wochenlang pausieren und somit in Sölden zuschauen. Von Thomas Gruber

05.10.2016
  • THOMAS GRUBER

Die von der Natur mit besonderer Schönheit und Größe gesegneten dunklen Augen leuchteten: „Ich bin froh, meine Form von 2011 wieder gefunden zu haben. Ich freue mich riesig auf die neue Saison, jetzt haben wir die perfekte Abstimmung gefunden“, meinte Viktoria Rebensburg noch vor wenigen Tagen, als sie Videos mit Trainingsfahrten des vergangenen Winters mit aktuellen Aufnahmen verglichen hatte. Auch Damen-Bundestrainer Markus Anwander war voll des Lobes. „Sie ist in der Form, die wir uns zum Zeitpunkt des Jahres vorstellen.“

Alles schien bereit für den Weltcup-Auftakt der Alpinen am 22. Oktober in Sölden. Doch am vergangenen Wochenende gab es einen herben Rückschlag: Die Olympiasiegerin von 2010 in Vancouver war beim Riesenslalomtraining auf dem Pitztaler Gletscher an einem Tor hängen geblieben und gestürzt, dabei zog sie sich einen unverschobenen Schienbeinkopfbruch am rechten Knie zu. In München diagnostizierte DSV-Mannschaftsarzt Dr. Manuel Köhne die Verletzung und meinte: „Ein operativer Eingriff ist nicht nötig, wir therapieren konservativ mittels Ruhigstellung.“ Er sprach von einer Pause von wenigstens sechs Wochen.

Die DSV-Topathletin hatte sich für den Saison-Auftakt auf dem Rettenbachferner in knapp zwei Wochen so viel vorgenommen, nun meinte sie: „Das ist natürlich ein ungünstiger Zeitpunkt, so wenige Wochen vor dem Saisonbeginn, den ich nun verpassen werde.“ So schnell lässt sich die seit gestern 27-Jährige aber nicht unterkriegen: „Allerdings startet der Weltcup so richtig erst in acht Wochen in Übersee. Bis dahin bin ich wieder dabei.“ Ihr Coach Anwander resümierte: „Viktorias Verletzung ist bitter, vor allem, weil sie einen sehr guten Formaufbau hatte.“

Beim DSV sind sie sich einig, dass hinter Viktoria Rebensburg eine Riesen-Lücke klafft. Deshalb hat Sportdirektor Wolfgang Maier die Mannschaft neu strukturiert, auch „um Entlastung für die Viky zu bringen“. Ab sofort gibt es keinen C-Kader mehr: „Wir haben alle Nachwuchskräfte in einen Kader zusammengezogen. Wenn man Leistung bringt, dann wird man sofort auf der entsprechenden Wettkampf-Ebene eingesetzt.“ Viky, die Zollwachtmeisterin vom SC Kreuth, war optimal in Form. Sie führte dies darauf zurück, dass sie einiges in der Vorbereitung geändert hatte. „Ich bin dieses Jahr viel später als sonst ins Schneetraining eingestiegen. Ich war Ende Juli zum ersten Mal im Schnee“, erzählt sie.

Mutprobe mit Bravour geschafft

Zuvor hatte sie ein kunterbuntes Programm absolviert: An der spanischen Costa de la Luz war sie Wellenreiten. Sie spielte Baseball und traute sich in München zu, Stabhochsprung zu üben. „Um die 2,50, 2,60 Meter habe ich schon geschafft, aber die Höhe war nicht das eigentliche Ziel, sondern es kam auf die Koordination und den technischen Ablauf an, das war echt cool“, berichtet sie über ihre Erfahrungen.

Wenn sie auf den Sommer zurückblickt, dann erinnert sie sich gerne an ein Praktikum beim Deutschen Eishockey-Meister München im Event-Management, ebenso an das „krasseste, was ich jemals gemacht habe“: Mit dem Tannheimer Kunstflieger Matthias Dolderer hatte sie zwischen Himmel und Erde Dinge erfahren, „so etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. Das war generell ein Wahnsinnserlebnis.“

Diese Mutprobe hatte sie mit Bravour überstanden, Körper und Geist waren optimal auf den Saisonstart in Sölden eingestimmt, zumal sie im Ötztal erstmals ihren neuen Sponsor hätte präsentieren können: Künftig trägt Viktoria Rebensburg eine lila Mütze.

Nun muss sie verspätet in die Saison starten, sie hofft dennoch wie 2011 und 2012 die Kristallkugel für die Beste im Riesenslalom zu gewinnen. Außerdem spekuliert sie mit dem guten Abschneiden bei der WM im Februar in der Schweiz: „St. Moritz war schon immer einer meiner Lieblingsorte.“ Wenn sie davon spricht, ist auch das Leuchten in ihren Augen wieder da.

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05.10.2016, 06:00 Uhr

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