Sulz · Engagement

Masken, Maskottchen und mehr

Hans-Ulrich Händel stellte den FDP-Politikern Daniel Karrais und Jürgen Keck bei einem Besuch am Dienstag die große Vielfalt der ehrenamtlichen Aktivitäten in Sulz vor.

16.09.2020

Von kpd

Die FDP-Landtagsabgeordneten Jürgen Keck und Daniel Karrais (am Tischende von links) informierten sich am Dienstag bei Hans-Ulrich Händel (Dritter von rechts), Barbara Hägele, Sabrina Glöckler (rechts) und Frank Börnard (nicht im Bild) über das Bürgerengagement in Sulz. Bild: kpd

Auf Tour im Kreis Rottweil waren am gestrigen Dienstag Mitglieder der baden-württembergischen FDP-Landtagsfraktion. Zwölf Landtagsabgeordnete nahmen ebenso viel Termine im gesamten Landkreis wahr.

In Sulz besuchten der Konstanzer Abgeordnete Jürgen Keck und der Rottweiler Abgeordnete Daniel Karrais die „Denkwerkstatt“ im Bürgertreffpunkt in der Brühlstraße. Höhepunkt für die FDP war am Abend ein Bürgerempfang im Kapuzinersaal in Rottweil mit dem Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke, bei dem schon deutlich zu spüren war, dass sich die FDP bereits im Wahlkampfmodus für die Landtagswahl am 14. März 2021 befindet.

Die FDP-Delegation nutzte das gestrige Traumwetter, um sich in Sulz unter dem Pavillon im „Stadtgarten“ neben der „Denkwerkstatt“ über das Sulzer Vorzeigeprojekt mit Pionier-Charakter zu informieren. Dabei gingen der Beauftragte für Bürgerengagement und -beteiligung, Hans-Ulrich Händel, Frank Börnard vom Bereich Tourismus im Rathaus und zugleich „InPark A81“-Wirtschaftsförderer sowie Sabrina Glöckler, Sachgebietsleiterin Bürgerdienste bei der Stadt Sulz, auf das vielfältige bürgerliche Engagement in der Neckarstadt ein.

Händel zeigte die Entwicklung der ehemaligen Nähwerkstatt, in der unter anderem 1000 Mund-Nasen-Masken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene genäht und zu Beginn der Einführung der Maskenpflicht wegen der Corona-Pandemie als „Sulzer Mauldäschle“ verkauft wurden, über den Umbau bis hin zur Online-Bürgerwerkstatt, nachdem die „Denkwerkstatt“ digital aufgerüstet wurde. Aufgezeigt wurden dabei die vielfältigen Möglichkeiten einer Bürgerbeteiligung und deren Umsetzung in Sulz – von der Baumpflanzaktion bis zur Apfelernte und dem Sulzer „Drei-Täler-Saft“, dem „Sulzer Mittagstisch“ der Diakonie (siehe Bericht auf dieser Seite), dem „Urban Gardening“-Projekt, dem Firmenlauf mit überwältigender Teilnahme, dem Stadtradeln oder den Projekten für die Kinder und Jugendliche mit dem Sulzer Salzdrachen „Streusel“ samt „Streusel“-Telefon sowie den Malbuch-Figuren Hannikel und „Neckarella“, um nur einige Projekte zu nennen.

Glöckler griff darüber hinaus das Radverkehrskonzept der Stadt Sulz heraus, für das der Gemeinderat zunächst ein externes Büro eingeschaltet und dann die Bürger mit ins Boot genommen hatte. Über das städtische Mitteilungsblatt wurde ein Fragebogen verteilt: „Wir hatten noch nie so viele Rückmeldungen, die Resonanz war sehr groß“, berichtete Sabrina Glöckler zufrieden. Derzeit ist die Stadtverwaltung mit der Auswertung beschäftigt, wie die Radwege in Sulz gestaltet werden sollen. Im Herbst wird man das Konzept im Gemeinderat beraten. Glöckler hofft auf eine Aufnahme in den städtischen Haushalt 2021, wobei neben einigen kleineren, relativ schnell realisierbaren Maßnahmen auch einige größere bauliche und folglich teurere Maßnahmen auf dem Wunschzettel stehen.

Hans-Ulrich Händel ging zudem auf die verschiedenen Bürgerbeteiligungen in Sulz ein, wobei Karrais einwarf, dass dies bei neun Stadtteilen sicher schwierig sei. Doch in der Gesamtstadt Sulz funktioniere das gut, auch weil man neben engagierten Bürgern auch sehr engagierte Firmen habe, wie Frank Börnard ergänzte.

Auf Daniel Karrais’ Frage, wie das Digitalangebot angenommen werde, meinte Börnard: „Gut, aber es bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Ressourcen sind nicht vorhanden, dass die Rathausmitarbeiter zu ihren normalen Aufgaben auch noch die sozialen Medien im Auge behalten und auf Anfragen möglichst schnell antworten sollen.“ Zudem müsse man auch für Nicht-Digital-Versierte eine Anlaufstation sein.

Weitere Themen waren die unzureichende Breitbandversorgung im Glatttal, die Anbindung von Rottweil an den Neckartal-Radweg, die coronabedingte Zunahme von Urlaubern in der Region sowie der unzureichende öffentliche Personennahverkehr.

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Erstellt:
16. September 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. September 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. September 2020, 01:00 Uhr

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