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Kinderbetreuung

Sorge um den großen Garten

Beim Nehrener Kindergarten am Feuerwehrhaus soll ein Erweiterungsbau entstehen, der das Reisser-Gebäude ersetzt.

26.11.2016
  • Gabi Schweizer

Wer nicht in die Kinderbetreuung investiert, hat verloren“: So fasste Nehrens Bürgermeister Egon Betz einen Fachvortrag zusammen, der ihn schwer beeindruckt hatte – und der ihm geeignet schien, um noch einmal für den zwei Millionen Euro teuren Kindergartenbau zu werben, über den der Gemeinderat am Donnerstag zu entscheiden hatte. Dieser Ermutigung hätte es vermutlich nicht bedurft. Das Gremium plädierte einstimmig für den Bau, obwohl er um rund 150000 Euro teurer wird als ursprünglich geplant. Das liege vor allem am Untergrund, erklärte Architekt Joachim Orth, denn es sei erheblich schwerer, in Lias Epsilon-Schichten Boden auszuheben und diesen zu entsorgen als anderswo. Betz sprach ironisch von „unserem schönen Schiefer, der unsere Häuser immer lupft“.

Wie bereits berichtet, möchte die Gemeinde das 40 Jahre alte und als nicht mehr sanierungsfähig geltende Gebäude des Kindergarten Reisser abreißen und dafür den benachbarten Kindergarten beim Feuerwehrhaus erweitern. Aus zwei Einrichtungen wird dann eine. „Da treffen unterschiedliche Kulturen und Konzepte aufeinander“, sagte Betz – dieser Prozess sei eine Herausforderung und solle von einer Fachkraft begleitet werden.

Ganz klar ist nicht, wie sich die Kindergartenzahlen weiterentwickeln – auch wegen des neuen Waldkindergartens. 67 Plätze bietet momentan der Kindergarten Reisser, in der Kindertagesstätte beim Feuerwehrhaus sind es

Ist der Neubau fertig, finden maximal fünf weitere Kinder Platz. Dafür soll es dann drei statt der bisher zwei Ganztagsgruppen geben. Und die Kleinen hätten deutlich mehr Platz, nämlich jeweils 13 Quadratmeter statt der bisherigen 4,7 Quadratmeter im Kindergarten Reisser, erläuterte Betz.

Auch wenn es drinnen eng sein mag: Ums Reisser-Gebäude herum dehnt sich ein weitläufiger Garten mit Bäumen, Büschen und kleinem Hügel, der neben den obligatorischen Spielgeräten auch allerhand Verstecke und Tobeflächen zu bieten hat. Die Sorge um dieses kleine Paradies hatte zwei Mütter in die Gemeinderatssitzung gebracht. „So ein Gebiet gibt es in Nehren sonst nicht. Die Kinder spielen gern Versteckerles in den Büschen – das ersetzt kein Spielgerät“, wusste eine von ihnen. Im Dorf kursieren Gerüchte, der Garten werde verkleinert, wenn die beiden Kindergärten zusammengelegt sind.

In der Tat wird ein Stück „abgezwackt“, gab Betz zu. Jedoch entstünde ja neue Fläche, wenn das alte Gebäude erst einmal abgerissen ist. Entschieden ist noch nichts, konkrete Gartenpläne gibt es bislang keine: „Der Gemeinderat hat sich noch nicht auf eine Grenze festgelegt.“ Diese Entscheidung hängt auch vom Pflegewohnhaus ab. Eine Erweiterung sei geplant, aber noch nicht spruchreif, deutete Betz an. Der Erdhügel jedoch wird für den Kindergarten wohl verloren gehen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so bleibt“, sagte Betz. Wenn der Hügel so wichtig sei, müsse eben Ersatz her.

Sorge bereitet den Eltern auch der Sonnenschutz. Eine Besucherin erkundigte sich, was mit den alten Bäumen geschehen solle. „Man kann die Kinder nicht so lange in der Sonne lassen, auch mit Sonnencreme nicht.“ „Wir werden alles erhalten, was erhalten werden kann“, versprach Betz. „Aber wir werden den Garten neu gestalten müssen. Sicher ist, dass der Gesamtgarten nicht mehr so groß ist wie vorher. Aber er war vorher auch riesig.“

Die Landschaftsarchitektin Dagmar Hedder soll den Garten im kommenden Jahr planen. Die Gemeinde möchte dann auch Eltern und Erzieherinnen einladen, so dass sie Wünsche äußern können. SPD-Rätin Tanja Schmidt hat bei Hedder ein gutes Gefühl – die Landschaftsarchitektin achte erfahrungsgemäß darauf, nicht nur Geräte aufzustellen, sondern auch Weidentunnel und dergleichen zu schaffen.

Im kommenden März sollen die Arbeiten am Erweiterungsbau beginnen. Architekt Joachim Orth hat einen einstöckigen Verbindungstrakt geplant, in dem neben einer Garderobe die Mensa Platz findet. Der im rechten Winkel dazu angeordnete Erweiterungsbau ist zweigeschossig und beherbergt drei Gruppenräume samt Nebenzimmern, Schlafräume, Zimmer für die Erzieher/innen und einen Bewegungsraum. Details sind noch nicht entscheiden, etwa, wie die Trennwand zwischen Garderobe und Mensa beschaffen sein soll.

Den Aufzug spart sich die Gemeinde vorerst. Lifte in Kindergärten würden fast nie benutzt, sagt Orth. Weil Erdgeschoss und Altbau barrierefrei zugänglich sind, ist das auch rechtlich kein Problem. Und sollte es einmal eins werden, kann die Gemeinde schnell nachbessern. Ein Schacht wird schon eingebaut, mit einer leicht herausnehmbaren Holzbalkendecke versehen und als Abstellfläche zwischengenutzt.

Orth wird jetzt die ersten Gewerke ausschreiben, Baubeginn ist im März. Fertig wird das Gebäude voraussichtlich im Sommer 2018, so dass die Feuerwehrkinder nach den Ferien einziehen können. Ein paar Monate wird es noch dauern, den Altbau zu richten. Dorthin sollen dann Anfang 2019 die Reisser-Kinder ziehen.

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26.11.2016, 01:00 Uhr

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