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Mössingens Zukunft

„Stadt in Bewegung – Begabungen zu Stärken machen“: Nach diesem Leitbild will sich die Gemeinde bis 2030 entwickeln

Zwei Jahre lang waren Mössingens Bürger gefragt, im Stadtentwicklungsprozess „Step 2030“ Ideen einzubringen. Die Ergebnisse bündelt nun ein Leitbild. Es soll künftig das kommunalpolitische Handeln steuern: So hat es der Gemeinderat beschlossen.

24.11.2015
  • kathrin löffler & moritz siebert

Mössingen.Es geht ums große Ganze: Das signalisiert von nun an bereits das Papier. Mössingens Stadträte sollen sehen, wenn ihr Votum Anstöße aus dem Stadtentwicklungsprozess betrifft: Entsprechende Drucksachen markiert ab sofort das Step-Logo. Denn Mössingen hat jetzt einen „Masterplan“. Stadtplaner Timo Buff findet einigen Gefallen an dem etwas großspurigen Begriff: Der „Masterplan“ umschreibt die Essenz eines zweijährigen Bürgerbeteiligungsverfahrens.

Buff und sein Kollege Thomas Sippel vom Stuttgarter Netzwerk für Kommunikation und Planung haben den Prozess begleitet und moderiert. Die Resultate fassen sie so zusammen: „Stadt in Bewegung – Begabungen zu Stärken machen.“ An dieser Handlungsmaxime soll sich der Gemeinderat nun orientieren. Aber nicht starr – dem Gremium blieben noch genügend Entscheidungsfreiheiten, sagt Buff.

Nach einer Haushaltsumfrage zum Auftakt reduzierten die Initiatoren 200 Bewerber auf 120 Step-Teilnehmer – in einem repräsentativen Losverfahren. Sie wünschten sich Vertreter aller Altersklassen und Teilorte. Sowohl Schüler wie 80-Jährige machten mit.

Seit 2013 trafen sich die ehrenamtlichen Stadtentwickler zu rund 20 Workshops oder Stadtspaziergängen. Bei der Abschlussveranstaltung im September blieben in der Quenstedt-Aula viele Plätze leer. Einen gewissen Schwund gebe es immer, sagt Oberbürgermeister Michael Bulander. Für jene Mössinger, die das Los nicht wählte, habe aber in den öffentlichen Bürgerwerkstätten die Möglichkeit bestanden, sich einzubringen. 13 sogenannte Impulsprojekte sammeln nun die gewichtigsten Vorstellungen der Bürger über ihr Stadtbild der Zukunft (siehe Kasten). Buff sagt: Nicht alle Wünsche können zeitgleich angegangen werden. Bei einigen hängt die Umsetzung gar nicht an der Stadt, wie etwa beim Ausbau der B 27. Und bei anderen braucht es Partner, Investoren, Menschen, die Gebäude oder Flächen verkaufen. Was dem Stadtplaner vorschwebt: den „Staub“ von der historischen Ortsmitte entfernen, die Steinlach „aus ihrem Dornröschenschlaf holen“, „lokale Identität“ herauskitzeln. Ein 50-Seiten-Dokument hält die Ergebnisse von „Step 2030“ fest. In fünf Jahren soll geprüft werden, welche Projekte tatsächlich verwirklicht wurden.

Der Gemeinderat hat das Leitbild als „informellen Handlungsrahmen“ am Montag einstimmig beschlossen. „Der Prozess hat sich gelohnt“, kommentierte Bulander in der Sitzung. Eine „gewisse Transparenz“ garantiere der Leitfaden, lobte Konrad Hauser (SPD). Auch Gabriele Dreher-Reeß zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Die Grünen-Sprecherin wies aber darauf hin, dass das Projekt zwar mit großer Resonanz gestartet sei, die Stadt während des Prozesses aber auch einige Bürger verloren habe: „Es ist wichtig, dass man auf Augenhöhe kommuniziert.“ Bernd Müller (FWV) lobte die „angenehme Zusammenarbeit“ mit den Planern. Neue Gedanken seien aufgetaucht. Peter Kölle (UB) regte an, früher als erst in fünf Jahren Zwischenbilanz zu ziehen: „Sonst verlieren wir noch mehr Leute.“

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24.11.2015, 21:30 Uhr

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