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Ständig hinterhergelaufen
Benedikt Doll (vorne) am Schießstand: Die Disziplin im Stehen war gestern das Manko der Deutschen, auch der Schwarzwälder benötigte drei Nachlader. Foto: dpa
Biathlon-Weltcup

Ständig hinterhergelaufen

Trotz schwacher Schießleistungen reicht es beim Auftakt von Ruhpolding für die deutsche Männer-Staffel noch zu Rang drei.

12.01.2017
  • MANUELA HARANT

Beim Laufen läuft es bei den deutschen Biathleten. Doch ein insgesamt schwaches Schießergebnis bei „Laborbedingungen“ im Staffelrennen von Ruhpolding verhinderte einen Heimsieg der deutschen Männer, die letztlich mit Rang drei und 23,5 Sekunden hinter Sieger Norwegen und dem Zweiten Russland (+5,1) noch Schadensbegrenzung betrieben. „Wir hatten zuletzt viele Rennen bei schwierigen Schießbedingungen, da ist uns die Umstellung offenbar leider nicht so leicht gefallen, wie den anderen Nationen“, erklärte der an Position drei laufende Arnd Peiffer.

Schon Startläufer Erik Lesser hatte Nerven gezeigt und musste nach dem Stehendschießen in die Strafrunde. „Ich habe zu viele Spielchen mitgemacht, statt meinen Stiefel durchzuziehen“, ärgerte sich der Thüringer über seine ungewohnt wacklige Schießeinlage. Im letzten Anstieg habe er auch noch zu viel gewollt: „Dann bin ich mit Krämpfen nur noch ins Ziel gefallen.“

Quittung erhalten

Letztlich erwies sich der Rückstand von knapp 50 Sekunden als zu hohe Bürde für seine Teamkollegen. Benedikt Doll blies als 15. zur Aufholjagd und vermied immerhin die Strafrunde. Allerdings konnte auch er als einer der schnellsten Läufer im Feld mit drei Nachladern nur zehn Sekunden auf die Spitze gutmachen. „Ich wusste, ich muss viel aufholen und bin mit Vollgas ins Rennen rein. Dafür habe ich Stehend die Quittung bekommen“, sagte Doll. Peiffer übergab nach zwei weiteren Fehlern mit 30 Sekunden Rückstand auf Schlussläufer Simon Schempp.

Der wiederum musste volles Risiko gehen, als er gemeinsam mit dem Norweger Emil Hegle Svendsen rund 20 Sekunden nach dem führenden Russen Anton Babikov zum letzten Mal an den Schießstand kam. „Ich habe gehört, dass Babikov einen Schuss daneben gesetzt hat, und dachte: Alles oder nichts“, erzählte der Biathlet der SZ Uhingen, „leider hat es aber nicht ganz bis zum Schluss gereicht.“ Schempp setzte den letzten Schuss daneben und musste Russland und Norwegen ziehen lassen.

Die unter Dopingverdacht stehenden Russen hatten sich mit fast einer Minute Vorsprung vor ihrem Schlussläufer Babikov schon wie die sicheren Sieger gefühlt. Doch der 25-Jährige musste seinem hohen Tempo auf der Schlussrunde Tribut zollen und kapitulierte wenige hundert Meter vor dem Ziel vor dem immer noch frisch laufenden Svendsen.

Schließlich musste sich Ricco Groß, seit 2015 Trainer der russischen Mannschaft, im dortigen TV dafür rechtfertigen, warum seine Staffel mit insgesamt nur zwei Nachladern gegen die Norweger (5 Nachlader) nicht gewinnen konnte. Schließlich stellte der 46-Jährige klar: „Der zweite Platz ist auch ein gutes Ergebnis für uns.“ Von den deutschen Medienvertretern auf die Doping-Problematik in seinem Land angesprochen, sagte Groß: „Ich habe meine vier Athleten gefragt, und sie haben alle versprochen, dass sie sauber sind.“

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12.01.2017, 06:00 Uhr

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