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Alternative Stromanbieter unterbieten sich im Preiskampf

Stromdiscounter im Preissturz

Strom wird in jedem Haushalt benötigt. Entsprechend wichtig ist es für Verbraucher, den Stromanbieter samt Strompreis zu finden, der den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht. In den 1990er Jahren war dies noch kaum vorstellbar, damals hat das Strommonopol mehr oder weniger einheitliche Preise mit sich gebracht, mit denen nicht jeder zufrieden war.

21.07.2015

Heutzutage jedoch stehen Verbraucher einer Vielzahl von Stromanbietern gegenüber, die sich in ihren Preisen oftmals stark unterscheiden, weshalb sowohl ein Preisvergleich als auch ein möglicher Anbieterwechsel in regelmäßigen Abständen sinnvoll ist. Gerade die sogenannten Discounter, die mit günstigen Angeboten und vermeintlichen Schnäppchen auf sich aufmerksam machen, haben es in den vergangenen Wochen immer wieder in die Schlagzeilen geschafft – denn laut etlicher Zeitungen und Vergleichsportale sind die dortigen Preise aktuell im freien Fall. Grund genug also, um die Angebote der Stromdiscounter künftig doch einmal zu testen?

Stromdiscounter

Der Begriff „Discounter“ ist aus dem Bereich der Supermärkte bekannt und wird nicht von allen Menschen als positive Bezeichnung aufgefasst. Zwar steht ein Discounter für günstige Preise, oftmals aber auch für Wühltischware. In Bezug auf den Strom stellt sich die Frage, ob ein Discounter zum einen halten kann, was er verspricht und zum anderen, ob es nicht irgendwo einen Haken bei den Angeboten gibt.

Die aktuelle Preislage und ein Blick in die Zukunft

Zunächst aber zum brandaktuellen Thema des momentanen Strommarktes. Seit dem Jahr 2000 ist der Strompreis nicht mehr gesunken, im Gegenteil: Strom wurde immer teurer, was bei der Vielzahl an neuen elektrischen Geräten ordentlich in der Geldbörse der Verbraucher spürbar war. Manch einer hat durch den Trend zum Ökostrom und die bevorstehende Abschaltung der Kernkraftwerke die Befürchtung gehabt, dass die Preise in Zukunft weiter steigen und zwar mit einem deutlich spürbaren Prozentsatz. Die Überraschung folgte aber bereits in diesem Jahr. 2015 sind die Strompreise erstmals gesunken, das hat eine Berechnung der Strompreisportale Verivox und Check24 ergeben. Des Weiteren vermuten die Beobachter, dass der Trend zum günstigen Strom auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten wird.

Eine Rechnung von Welt.de, die auf einer Aussage des Branchenverbandes BDEW beruht, ergibt:

„Eine vierköpfige Durchschnittsfamilie verbraucht im Jahr etwa 4000 Kilowattstunden Strom. Bei einem Preis von durchschnittlich 29 Cent ergibt das etwa 1100 Euro Stromkosten im Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr werden somit 15 Euro gespart.“

Stromdiscounter im Preissturz
Windmühlen

Der Preisfall liegt vor allem an den Stromdiscountern, die sich gegenseitig einen Preiskampf liefern. Im ersten Halbjahr 2015 ist der Strompreis dadurch um durchschnittlich fast vier Prozent gesunken, besonders in Bayern und Bremen können Verbraucher davon profitieren, während die Senkung im Bundesland Sachsen eher gering ist. Allgemein dürfen sich die Bewohner der Bundesländer im Westen mehr freuen als im Osten. Im Osten beträgt die Senkung nur etwa 1%, was laut Check24 vor allem an den höheren Netzentgelten liegt.

Die Netzentgelte könnten aber in Zukunft der Grund dafür sein, dass die Strompreise wieder steigen, denn die Kosten für den Ausbau neuer Stromnetze, die durch den Wegfall der Atomkraftwerke nötig werden, werden auf den Strompreis umgelegt. Auch die Pläne des Wirtschaftsministers zum Thema Klimaschutz könnten Auswirkungen haben, dies ist jedoch erst spruchreif, wenn politische Entscheidungen gefallen sind.

Andererseits jedoch sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn zur Deutschen Presse-Agentur, dass die Umlage für den Ausbau erneuerbarer Energien künstlich zu hoch angesetzt worden ist und zeitnah gesenkt werden muss. Auch hier fehlt jedoch der politische Beschluss, sodass zurzeit mit Sicherheit nicht gesagt werden kann, wie sich die Preise in den kommenden Jahren entwickeln könnten – Fakt ist aber, dass Strom zurzeit tatsächlich recht günstig ist und Verbraucher mit einem Anbieterwechsel bares Geld einsparen können, in dem Fall weitaus mehr als im vorangegangenen Rechenbeispiel. Der Online-Service von Verivox kann dabei helfen und gibt zudem noch weitere Tipps für die Suche. Denn wichtig ist ebenfalls, auf die Preisgarantie, die Vertragslaufzeit und weitere Aspekte zu achten.

Der Vorteil des Anbieterwechsels

Wer heutzutage aufmerksam Preise vergleicht und einen Anbieterwechsel nicht scheut, der kann noch viel mehr sparen. Die Stromdiscounter versuchen sich derzeit gegenseitig zu unterbieten, sodass der Verbraucher zumindest zeitweise davon profitieren kann.

Tipp: Dementsprechend ist es vorteilhaft, keine Verträge über eine lange Laufzeit abzuschließen und Kündigungsfristen im Auge zu behalten. Durchschnittlich stehen bei der Wahl eines neuen Anbieters je nach Wohnort etwa 150 verschiedene Anbieter zur Auswahl – wird sich Zeit genommen, dann sind mehrere hundert Euro Ersparnis möglich.

Dennoch Vorsicht walten lassen

Firmen wie Teldafax und Flexstrom, die in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen gesorgt haben, indem sie ihre Kunden die Kosten für ein Jahr im Voraus berechnet, dann im Jahr 2011 bzw. 2013 Insolvenz angemeldet haben und viele Gläubiger dementsprechend bis heute in die Röhre schauen lassen, sind glücklicherweise selten geworden.

Stromdiscounter im Preissturz
Stromdiscounter

Dennoch haben auch Stromdiscounter nichts zu verschenken und möchten trotz günstiger Preise selber Profit erzielen. Aus diesem Grunde ist bei Kampfpreisen immer Vorsicht geboten und das Kleingedruckte sollte ausführlich unter die Lupe genommen werden.

Sowohl die Verbraucherzentrale als auch die Stiftung Warentest warnen vor den Tricks der Billiganbieter, manche finden Ausreden, um die bei Vertragsabschluss angebotenen Boni nicht gewähren zu müssen, andere sind tatsächlich im ersten Jahr äußerst günstig, erhöhen dafür im Folgejahr ordentlich den Preis. Rechtlich bedenkliche Techniken kommen ebenfalls vor, sodass sich bereits mehrere Anbieter vor Gericht verantworten mussten.

Für den Verbraucher ist es oftmals schwer, die Seriosität eines Unternehmens sofort zu erkennen und festzustellen, mit welchen weiteren Unternehmen dieses verbandelt ist. So ist es nicht immer einfach, überhaupt aus einem Vertrag herauszukommen, wenn aus der Rechnung gar nicht erst erkenntlich ist, mit wem der Kunde tatsächlich einen Vertrag abgeschlossen hat.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass der Verbraucher durchaus seine Vorteile aus dem aktuellen Preiskampf ziehen kann und einerseits nicht selten sogar profitiert, wenn er seinem bisherigen Anbieter weiterhin treu bleibt. Dennoch sind Einsparungen möglich und keinesfalls alle Stromdiscounter schlecht.

Bevor allerdings blindlings eine Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt wird, der vermeidlich ein Schnäppchen zu sein scheint, sollte sich die Zeit genommen werden, sich ausgiebig zu informieren und mit weiteren Unternehmen zu vergleichen.

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21.07.2015, 12:00 Uhr

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