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Stuttgarter Aufholjagd der spektakulären Art
Der Augenblick, in dem die Mercedes-Benz-Arena vibrierte: Simon Terodde verwandelte in der vierten Minute der Nachspielzeit den Elfmeter zum 3:3, Dresdens Torwart Marvin Schwäbe war chancenlos. Foto: eibner
VfB

Stuttgarter Aufholjagd der spektakulären Art

Nach schnellem 0:3-Rückstand schafft die Mannschaft von Hannes Wolf kurz vor Ende des irren Heimspiels gegen Dresden noch den Ausgleich.

03.04.2017
  • WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart. Ausverkaufte Arena, sonnige 18 Grad und 58 000 Zuschauer in allen Gefühlslagen: Das wirkte schon ein bisschen wie Bundesliga. Und spektakulär war's, eigentlich richtig irre. Der 3:3-Endstand durch Simon Teroddes Elfmeter-Tor gegen Dynamo Dresden in der Nachspielzeit gibt nicht nur einen Schuss Adrenalin für die Moral, sondern ist auch eminent wichtig im Aufstiegsrennen. Durch das 3:3 (1:3) hat der VfB die Tabellenführung zurückerobert, punktgleich dank besserer Tordifferenz mit 50 Zählern vor Braunschweig und Union Berlin. Der größte Gegner gestern hieß Dresden. Von wegen das 0:5-Desaster der Hinrunde sei „schon 100 Jahre her“, wie Trainer Hannes Wolf sich einredete.

Sein Team startete hochnervös, ließ sich von kampfstarken Sachsen zurückdrängen und geriet gleich in der vierten Minute in Rückstand. Stefan Kutschke, Dynamo-Torjäger vom Dienst, schoss nach Steilpass von Niklas Kreuzer aus acht Metern – sein zwölfter Saisontreffer. Julian Greens Pfostenschuss (17.) sorgte allenfalls für einen Hoffnungsschimmer. Denn prompt ging der Schocker für den VfB zum Auftakt der englischen Woche weiter: Ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Philip Heise lieferte das Zuspiel für Kutschke, der frei vorm Fünfmeterraum zum 2:0 vollendete (22.). Zwei Minuten danach erneut gellende Pfiffe: Der herauslaufende Torhüter Mitchell Langerak hatte Kutschke an der Strafraumkante von den Beinen geholt. Eine schwierige Entscheidung für Schiedsrichter Günter Perl, der das Foul wohl zu Recht innerhalb sah und auf den Elferpunkt zeigte. Kutschke verwandelte zum 3:0 (26.).

Ja, diese Dresdner! Nervosität auch schon vor dem so genannten „Hochrisikospiel“: Weil die Ultras einen „Fan-Marsch“ angekündigt hatten, waren über 1000 Polizisten im Einsatz rund ums Stadion und zur Abschreckung Wasserwerfer postiert. Es kam zu Straßensperrungen und Staus. Am Ende waren etwa 9000 Dresden-Anhänger friedlich im Stadion. VfB-Coach Wolf überraschte bei der Aufstellung mit einem Debütanten: Ebenezer Ofori, 21-jähriger Ghanaer, bildete mit Anto Grgic die „Doppel-Sechs“. Die Position des Rechtsverteidigers musste Benjamin Pavard übernehmen. Für Jean Zimmer war der Trainingsrückstand nach Fußverletzung offenbar zu groß. Die neu formierte Defensive ließ viel zu viel zu. Es fehlte an der Abstimmung. Und Wolf sagte später etwas gequält: „Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll über den Punkt. Wir sprinten nicht, sondern joggen oft hinterher. Das geht nicht in dieser entscheidenden Phase der Saison.“

Selbst das frühe Aus des verletzten Kapitäns Marco Hartmann (12.) brachte Dresden nicht aus dem Tritt. Dann traf Terodde, der nach drei Spielen erstmals ohne Gesichtsmaske stürmte, sehenswert zum 1:3 (29.), doch zu mehr als seinem 16. Saisontor reichte es vor der Pause nicht. Carlos Mané per Kopf hatte danach die erste Chance, Marvin Schwäbe hielt den Ball fest (49.). Viel Pech dann in der 58. Minute: Erst lenkte der Dynamo-Keeper Emiliano Insuas Freistoßball an die Latte, im Nachschuss traf Terodde den Querbalken.

Verteidiger in Stürmermanier

Die Stuttgarter rannten jetzt weiter an, auch Christian Gentner schoss noch einmal an die Latte (68.). Wolf warf alles nach vorn, brachte Daniel Ginczek als zweite Spitze. Doch Insua, der Linksverteidiger, traf zum 2:3 (74.): In Stürmermanier ließ er Giuliano Modica aussteigen und hob die Kugel ins Tor. Jetzt wurde es noch mal heiß – inklusive der vier Minuten Nachspielzeit. Mané zog von rechts in den Strafraum, Heise rutschte ihm ungelenk in die Parade: Strafstoß! Eiskalt schoss Terodde unten links zum umjubelten 3:3 (90.+4) ein. Der VfB ist zwar seit vier Spielen sieglos, hat die drohende zweite Niederlage in Folge aber abgewendet. Am Mittwoch (18.30 Uhr) geht's zu den Münchner Löwen, dann steht am Sonntag das Derby gegen Schlusslicht KSC an. Wieder so ein „Hochrisikospiel“ daheim.

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03.04.2017, 06:00 Uhr

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