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Horb · Wirtschaft

Terminal rückt in greifbare Nähe

Der Antrag beim Eisenbahnbundesamt für einen Containerumschlagplatz im Heiligenfeld ist gestellt. Die Landesmittel stehen im Haushaltsplan – doch noch ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern.

19.01.2020

Von NC

Die trockenen Sträucher an den stillgelegten Gleisen im Horber Industriegebiet müssen mit hoher Wahrscheinlichkeit bald weichen. Das Projekt KVT nimmt Form an.Bild: Karl-Heinz Kuball

Es war eine Aussage des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann, die aufhorchen ließ: „Kann kommen“, sagte er gegenüber der SÜDWEST PRESSE im Dezember bei der Einweihung des neuen Bahnhaltepunkts Eutingen-Nord.

Bemerkenswert war die Aussage vor allem deshalb, weil sie damit die Umsetzung eines Terminals für „Kombinierten Verkehr“ im Horber Industriegebiet Heiligenfeld in greifbare Nähe rückte – nur wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem ein nahezu identisches Vorhaben per Bürgerentscheid Ende 2015 von den Eutingern selbst gekippt wurde.

Jetzt bestätigt das Verkehrsministerium auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE: Die Mittel für das Projekt sind im Landeshaushaltsentwurf eingestellt. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Einer Erhöhung der vorhandenen Finanzmittel für den Doppelhaushalt 2020/2021 wurde mit der Bewilligung der Haushaltsanträge vom 18.12.2019 erreicht.“

Werden also bald die Züge rollen? Schon im Dezember erklärte Investor Horst Schuon, der gemeinsam mit Kurt Plathe, Inhaber der Nagolder Spedition Kußmaul, das Projekt initiiert hat, gegenüber dem Branchenportal eurotransport.de: „Wir brauchen nur noch den Bescheid für die Bewilligung der Gelder und können dann gleich den Bauantrag stellen.“

So einfach wie es sich aus dem Ministermund und von den Investoren im Dezember anhörte, scheint es aktuell nicht zu sein. Der Grund? Es geht ums Geld. Die Bewilligungsbehörde für das geplante Terminal ist das Eisenbahnbundesamt. Diesem liegt auch ein Antrag auf Förderung vor. Der sei jedoch laut Verkehrsministerium unvollständig. Heißt, die Investoren müssen nacharbeiten. Zweite offene Baustelle ist die Höhe des Landeszuschusses. An der Stelle arbeiten gerade die Stadt Horb und das Verkehrsministerium gemeinsam daran, festzustellen, wie viel das Gesamtprojekt kosten wird. Laut Oberbürgermeister Peter Rosenberger beteiligt sich die Stadt Horb derzeit mit einem Betrag der momentan unter 100 000 Euro liegt (siehe Jahresinterview der Seite „Hintergrund“). Insgesamt soll das Projekt laut eurotransport.de etwa acht Millionen Euro kosten.

Problem bei der Finanzierung ist derzeit, dass nach den KV-Richtlinien des Bundes zwar die Kosten für das Terminal mit bis zu 80 Prozent gefördert werden können. Allerdings „lehnt es der Bund ab, einzelne, schienenseitigen Infrastrukturbestandteile zur Anbindung der Anlage an die Bahnstrecke zu fördern“, wie es in der Stellungnahme des Verkehrsministeriums heißt. Konkret geht es laut des Portals eurotransport.de um die „Anschlussweiche zwischen dem Gleisanschluss und der Bestandsstrecke der DB-Netz – konkret an die Strecke Eutingen–Freudenstadt“. Rosenberger macht aber auch an der Stelle Hoffnung: „Der Bund will, hat aber wegen der Förderrichtlinien momentan noch nicht die Möglichkeit zur Umsetzung. Da könnte es aber demnächst auch eine Anpassung geben, von der wir dann auch profitieren.“

Derweil gibt das Verkehrsministerium tiefere Einblicke in das Gesamtprojekt. Das Terminal soll demnach nur „geringfügig kleiner“ dimensioniert sein als das gescheiterte KVT in Eutingen. Damals wurde von einer Jahreskapazität von 40 000 Ladeeinheiten ausgegangen, die bei Vollauslastung von 170 Schwertransportern täglich an den Umschlagplatz gefahren werden. Das Terminal wird laut Rosenberger auf einer Fläche von 20 bis 30 Hektar entstehen.

Einziger Unterschied zu Eutingen laut Verkehrsministerium: „Das neue Terminal soll nach aktuellem Stand dreigleisig sein. In Eutingen waren hingegen vier kürzere Gleise vorgesehen.“

Die wesentlichen Einzugsgebiete seien laut Ministerium unter anderem die „nahgelegenen, wirtschaftsstarken Landkreise wie Böblingen, der Schwarzwald-Baar Kreis oder auch Freudenstadt“.

Mit einer Aussage zur Verkehrsbelastung hält sich das Ministerium noch zurück. Das Terminal werde auch solche Lastwagen-Transporte aus der Region bündeln, die aktuell auf dem Weg in die Seehäfen die Region einfach durchquert hätten. Außerdem komme es maßgeblich auch auf die Kundenentwicklung bei den beteiligten Logistikern an.

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Erstellt:
19. Januar 2020, 11:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Januar 2020, 11:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2020, 11:00 Uhr

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