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Odyssee ohne Papiere

VHS zeigte Dokumentarfilm zum Thema „Flucht“

Was erleben zwei junge Afghanen auf der Flucht nach London? Darum geht es in dem Flüchtlingsdrama „This World – Aufbruch ins Ungewisse“, das die Volkshochschule am Freitagabend in Ergenzingen zeigte. Anschließend sprachen die Zuschauer über den Film, der 2003 einen „Goldenen Bären“ bekam.

19.04.2016

Ergenzingen. Obwohl die VHS alle Flüchtlinge aus ihren Integrationskursen eingeladen hatten, waren nur sieben Zuschauer gekommen, unter ihnen auch ein Flüchtling, der 20-jährige Lamin Dibba. Die meisten seien nicht so mobil, erklärte VHS-Leiter Bodo Müller. In vergleichbaren Veranstaltungen in Rottenburg seien immer mehr Flüchtlinge dabei. Doch da Film schon im Herbst 2014 im Kino Waldhorn lief, wollte ihn die VHS diesmal nicht dort, sondern in Ergenzingen aufführen.

Auch wenn der quasi-dokumentarische Film schon 14 Jahre alt ist, spiegelt er doch Fluchtverläufe, wie es sie heute noch gibt: Zwei Cousins, Jamal und Enayat, versuchen, nach England zu gelangen. Nur der Jüngere, der 16-jährige Jamal, spricht auch Englisch. Die beiden erleben eine monatelange Odyssee ohne Papiere, sind zu Fuß, in Bussen und auf Lastwagenpritschen unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen unterwegs.

An der iranischen Grenze werden sie von der Polizei nach Pakistan zurückgeschickt. Erst nachdem sie eine Unmenge Geld an Schmuggler zahlen, gelingt ihnen die Weiterreise. Von Teheran gehen sie zu Fuß bis in die Türkei. Auf der Fahrt nach Istanbul freunden sie sich mit einem iranischen Flüchtlingspaar an, die mit ihrem Baby nach Dänemark unterwegs sind.

Mit ihnen und weiteren Fliehenden reisen Jamal und Enayat im Container eines Lastwagens auf einem Frachtschiff nach Italien verschifft. Auf der Überfahrt, die 40 Stunden dauert, sterben alle Flüchtlingen – bis auf das Baby und Jamal. Er allein gelangt mit dem Zug nach Frankreich. Dort lernt er in einem Auffanglager einen anderen Flüchtling, mit dem ihm endlich die Einreise in England gelingt – versteckt unter einem Lastwagen.

Beeindruckt zeigte sich Lamin Dibba, der selbst als Flüchtling vor eineinhalb Jahren nach Deutschland kam. Zwei Monate dauerte seine Flucht. Dibba belegt zur Zeit einen Fortgeschrittenenkurs Deutsch an der VHS und möchte Elektroniker werden. Ihm gefalle es gut in Deutschland, sagte er. Hätte er jedoch die Wahl, nochmals aus seiner Heimat zu fliehen, würde er es nicht mehr tun, sagte er.ifi

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19.04.2016, 01:00 Uhr

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