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Verband macht Rolle rückwärts
Die Bande darf bleiben: Der WFV sieht von der generellen Einführung von Futsal als Hallenturniere ab. Archivbild: Ulmer
Hallenfußball

Verband macht Rolle rückwärts

Der WFV erlaubt neben Futsal wieder „normale“ Hallenturniere. Bei den jetzt beginnenden Bezirkstagen sollen die Vereine informiert werden.

08.03.2018
  • Jürgen A. Klemenz

Die Einsicht beim Württembergischen Fußballverband (WFV) kam dann doch ganz schnell: Der Versuch, bei allen Hallenturnieren Futsal generell durchzudrücken, ist gescheitert. Der WFV hat jetzt sich entschieden, neben Futsal, das künftig bei Verbandsturnieren ohne Ausnahme gespielt werden soll, bei Vereinsturnieren auch wieder Hallenfußball in der ursprünglichen Form zuzulassen, und das sowohl bei der Jugend als auch bei den Aktiven.

Wie Heiner Baumeister, Leiter der Öffentlichkeitsabteilung beim WFV, gestern auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE bestätigte, fährt man künftig zweigleisig. Zum einen gibt es die offiziellen WFV-Turniere, zum Beispiel die WFV-Hallenmeisterschaften der Jugend, da wird künftig ausschließlich nach den Futsalregeln gespielt. Wahlweise haben die Vereine die Möglichkeit, auch sogenannte Vereinsturniere, sowohl bei der Jugend als auch bei den Aktiven, nach den Futsalregeln zu spielen – dann aber ohne Ausnahme. Das bedeutet: Keine Bande, Futsal-Ball, Torgröße drei mal zwei Meter, zwei Schiedsrichter, Vier-Sekunden-Regel bei Spielfortsetzungen, Anspiel nach vorne, Strafstoß aus sechs Meter Entfernung, bei kumulierten Fouls bei zehn Meter. Das Torwartspiel ist verschärft, das bedeutet, der Torwart darf in der eigenen Hälfte nach einer Spielfortsetzung nur einmal angespielt werden. Es gibt Gelbe Karten, Gelb-Rote und Rote Karten als persönliche Strafe, um nur die wichtigsten Standards zu nennen.

Der Veranstalter entscheidet

Erstmals wurde die Lockerung der Regeln sowohl für Futsal wie auch für normalen Hallenfußball bei der Bezirksjugendleitertagung am Wochenende in Wangen vorgestellt. Allerdings sollen diese Regeln noch leicht überarbeitet werden. Bei den jetzt beginnenden Bezirkstagen – der für den hiesigen Bezirk ist am 16. März in Hochdorf – will der WFV die Vereine darüber informieren. Damit dürften dann auch Anträge von Vereinen, wie sie zuhauf gegen die zwangsweise Einführung eines generellen Futsals angekündigt sind, hinfällig werden.

Denn laut Baumeister dürfen bei Vereinsturnieren die Veranstalter entscheiden, in welcher Form sie ihr Turnier ausrichten. Entscheidet man sich für den ganz normalen Hallenfußball, darf künftig entweder mit oder ohne Bande und auch mit einem Spielball nach Wahl gekickt werden. Es gibt kein kumuliertes Foulspiel, kein verschärftes Torwartspiel, was bedeutet, der Torspieler darf beliebig oft ins Spiel eingebunden werden. Allerdings gilt die Rückpassregel wie im Feld. Und neben der Gelben und Roten Karte wird auch die Zwei-Minuten-Strafen – deren Wegfall einer der Hauptkritikpunkte war – wieder eingeführt. Eine Gelb-Rote Karte gibt es nicht mehr.

Reaktion auf etliche Beschwerden

Bei der Torgröße darf zwischen drei mal zwei Meter oder fünf mal zwei Meter gewählt werden. Strafstöße werden, je nach Torgröße, aus sieben oder neun Meter Entfernung geschossen. Und das Spiel muss nicht von zwei, sondern nur von einem Schiedsrichter geleitet werden. Vom Futsal übernommen wird zum Beispiel die Vier-Sekunden-Regel bei der Spielfortsetzung, die künftig auch beim normalen Hallenfußball gilt.

Heiner Baumeister räumte Fehler des WFV bei der überfallartig eingeführten Neuregelung unmittelbar vor Beginn der Hallensaison ein, was für viel Unsicherheit und auch Ärger gesorgt hat. Mit der Rolle rückwärts hat man nun auch auf die zahlreichen Beschwerden von Vereinen reagiert, die zudem gleich mehrere Anträge beim Verbandstag gegen die zwangsweise Einführung von Futsal angekündigt haben.

Auch im hiesigen Bezirk liegt für den Bezirkstag in Hochdorf von der Arbeitsgemeinschaft der sporttreibenden Vereine der Gesamtstadt Horb (Arge) ein entsprechender Antrag vor. So lange der WFV noch nicht offiziell die Neuregelung verkündet hat, wird der Antrag von Arge-Chef Peter Straubinger wohl aufrecht erhalten werden.

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08.03.2018, 01:00 Uhr

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