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Social Trading – Copy Trading

Warum das transparente Online-Investment immer beliebter wird

Ein immerwährender Kritikpunkt des Börsenhandels ist der, dass er für anlagewillige Laien nur schwer zu durchschauen ist. Wer handeln will, benötigt entweder einen Fachmann, der ihm die wichtigsten Schritte erklärt und ihn vor etwaigen Fehlern warnt, oder muss sich selbst alles autodidaktisch beibringen. Social Trading ist eine Anlageform, die das bereinigen will und sich dazu das Web zunutze macht.

05.11.2015
  • Markus Müller

In der heutigen Zeit, wo das klassische Sparbuch kaum noch nennenswerte Zinsen abwirft und sich Immobilien erst nach vielen Jahren rentieren, suchen viele Anlagewillige nach anderen Formen, um ihren Gewinn zu steigern. Der Handel mit Wertpapieren hat sich dabei in den letzten Jahren als gute Möglichkeit erwiesen, in kurzer Zeit auch Rendite einzufahren. Das Problem war aber immer die mangelnde Transparenz: Wer nicht über einen guten Anlageberater oder genügend eigene Kenntnisse verfügte, sah im schlimmsten Fall sein Geld schneller im „Orkus“ der Börse verschwinden als ihm lieb war.

Aktiv gemanagte Fonds konnten und können hier Abhilfe schaffen, da sie von einem qualifizierten Fondsmanager überwacht und gegebenenfalls der Marktsituation angepasst werden. Das Problem hierbei: Gerade geringere Renditen können oft von anfallenden Transaktionskosten und/oder Managementgebühren regelrecht aufgefressen werden, Gewinne stellen sich so erst nach einer gewissen Zeit ein.

Da aber eine nicht geringe Zahl an Anlegern flexibler sein wollte und auch ohne tiefere Kenntnisse in kurzer Zeit Rendite erwirtschaften wollte, entwickelte sich in den vergangenen Jahren das sogenannte Social Trading.

Social Trading (gemeinschaftlicher Handel) funktioniert prinzipiell und vereinfacht ausgedrückt wie ein klassisches soziales Netzwerk: (Privat-)Anleger legen ein Profil an und geben ihre Meinung zu Wertpapieren und anderen Anlageformen ab. Andere User können diese User in eine Freundesliste aufnehmen und sich deren Ratschläge zu Herzen nehmen – oder auch selbst welche veröffentlichen. Der Vorteil dieser Form ist vor allem die Transparenz. Es ist für User nur schwer möglich, unrealistische oder gar falsche Tipps abzugeben, da die Community dies schnell bemerken und entlarven würde. Zudem können User sich die ihrer Meinung nach passendsten Anlagen von unterschiedlichen Benutzern heraussuchen und zu einem eigenen Portfolio kombinieren. Beim Social Trading wird also niemand in das relativ starre Korsett von anderen Anlagen wie Fonds gebunden, sondern kann trotz geringer Vorkenntnisse frei agieren – mit geringeren Risiken als dies beim normalen Anlegen der Fall wäre, weil durch die Meinungen der Community ja ein gewisses Sicherheitsnetz existiert. Hier steht der Gedanke des gegenseitigen Unterstützens klar im Vorteil. Weitere Informationen bietet auch die ARD zum Thema.

Copy Trading (kopierter Handel) ist eine Unterkategorie des Social Trading und erweitert die Möglichkeiten auf der Plattform. Ein Anleger sieht ein Profil eines Brokers mit einem Portfolio, das ihm aus unterschiedlichen Gründen zur Gänze zusagt und kopiert es einfach. Um von den Strategien eines Traders zu profitieren, müssen sich Anlagewillige im Prinzip nur vor dem Handel einen passenden User heraussuchen und ein Budget festlegen. Auch hier funktionieren die Selbstreinigungskräfte des Social Trading gleichermaßen, denn „Faule Eier“ werden von der Community durch Kommentare auch schnell als solche gekennzeichnet. Einzige Voraussetzung ist daher, dass sich Trader vorher die Kommentare zu den Strategien und Anlageformen ansehen, um so die Qualitäten des Users abschätzen zu können.

Social-Trading- und Copy-Trading-Netzwerke

Ersten Social-Trading-Anbieter waren eToro und ZuluTrade. Beiden Netzwerken gemein ist, dass sie, dadurch, dass sie schon länger existieren, über einen großen Pool an Tradern verfügen und mit ihren Funktionen auch als Vorbild für andere Plattformen dienen. Laut CopyTrading.de hat eToro mehr als vier Millionen Kunden aus rund 150 Staaten und ermöglicht diesen die Verwaltung des Kapitals sowie die Nutzung der eigenen Trading Community.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, und selbst ins Social Trading einsteigen möchte, der hat es leicht. Denn wie schon erwähnt muss keine langwierige Marktbeobachtung durchgeführt werden. Auch eigene Analysen fallen weg, denn das übernimmt die Community mit ihren Meinungen und (Gegen-)Ansichten. Es muss lediglich eine Plattform ausgesucht und ein Budget festgelegt werden. Die meisten Anbieter offerieren Neueinsteigern auch bereits eine erste Auswahl an erfolgreichen Profilen, sodass diese sich nicht erst langwierig durch die Community klicken müssen. Ist ein passender Trader gefunden, muss nur noch ein Budget festgelegt werden. Das sollte trotz der relativen Sicherheit des Social Trading am Anfang eher im unteren Bereich liegen, einfach um das sowieso schon geringere Risiko weiter zu minimieren – erste Erfahrungen sammeln sich leichter, wenn nicht gleich am Anfang ein herber Rückschlag mit großen Verlusten erfolgt. Mit steigender Erfahrung kann dann mehr Geld investiert werden um von höheren Renditen zu profitieren.

Risiken?

Generell gilt für Social und Copy Trading, dass diese Anlageformen trotz der durch das Internet gebotenen Anonymität sicherer sind als andere Formen. Zweifler können sich fragen, wie viel sie von ihrem Anlageberater wissen, der in einer Großstadt residiert und den sie auch noch von Telefon- oder E-Mail-Kontakt her kennen. Von dieser Warte aus betrachtet bietet Social Trading die geringeren Risiken, weil es zudem auch möglich ist, negative Erfahrungen mit einem Trader zu melden und mit den anderen Usern zu kommunizieren. Auf diese Weise wird ein unsauber arbeitender Trader äußerst schnell aus der Community verdrängt – eine gute Rendite und Ansehen der Plattform ist hier schließlich das Ziel aller Benutzer. Wer bei den genannten großen Plattformen einsteigt, kann grundsätzlich nur wenig falsch machen, wenn er die genannten Vorgehensmaßnahmen einhält und sich nicht auf den erstbesten Trader einlässt, sondern ein Stündchen oder zwei mit dem Vergleich verbringt.

Warum das transparente Online-Investment immer beliebter wird
Social Trading und Copy Trading im Überblick

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05.11.2015, 12:00 Uhr

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