Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Was nützt die Liebe in Gedanken

Kontrolliert mitfühlend: Stimmungsbild einer Jugendkultur (nicht nur) in den Zwanzigern.

Kontrolliert mitfühlend: Stimmungsbild einer Jugendkultur (nicht nur) in den Zwanzigern.

WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN
Deutschland

Regie: Achim von Borries
Mit: Daniel Brühl,August Diehl, Anna Maria M§îhe

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.11.2015
  • che

1927 machte dieser Fall weltweit Schlagzeilen. Ein 19-jähriger Oberschüler hatte sich und einen gleichaltrigen Lehrling aus Liebeskummer erschossen. Sein bester Freund war im letzten Moment vor einer ähnlichen Bluttat zurückgeschreckt.

Wer von Achim von Borries‘ Film Aufschluss über die Hintergründe dieser „Steglitzer Schülertragödie“ erwartet wird ebenso enttäuscht wie jene, die sich nach einer romantischen Schnulze mit finalem Helden-Selbstmord sehnen. Eher nüchtern und ohne jede Psychologisierung schildert der Film die letzten drei Tage vor der Katastrophe. Kernstück ist eine sommernächtliche Landhaus-Party, wo die Liebe abwechselnd erfüllt und enttäuscht wird. Wo sich jugendliche Gefühlswirren, dandyeske Philosophie, Absinth und Jazz zu einer somnabulen Stimmung verdichten, in der die Grenze zwischen Lebensgier und Todessehnsucht verschwimmt.

Borries‘ Blick auf dieses radikalpubertäre Lebensgefühl schwankt eigentümlich zwischen Faszination und Distanz. Immer wieder streut er ironische Wendungen ein, um das Überschäumen der Emotionen abzublocken und zugleich das Zeitlose der Geschichte zu betonen (am deutlichsten, wenn einer der Partygäste am Grammophon zu scratchen beginnt).

Warum dieser Rausch – im Gegensatz zu Millionen anderer Fälle – ins Verderben führt, bleibt letztlich unerklärt. Im Film kommt der Tod wie eine dem verkaterten Augenblick geschuldete Laune. Borries inszeniert ihn als Schock-Epilog: so unfassbar und eben doch real wie heutzutage die Katastrophen von Erfurt oder Columbine.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
15.04.2007

12:00 Uhr

V schrieb:

Ich hab den Film nicht gesehen, aber über den Titel sollte man sich mal gedanken machen! Find ich gut!



09.03.2004

12:00 Uhr

Christian schrieb:

Erdrückend schwermütig mit Charakteren, die doch nur als Typen umrissen werden.



04.03.2004

12:00 Uhr

Charlotte schrieb:

mal ein etwas anderer film



02.03.2004

12:00 Uhr

schrieb:

Ein sehr interessanter Film, der durch seine Schauspieler überzeugt. Er beschränkt sich rein auf den Ablauf der Dinge, ohne aber ein Licht darauf zu werfen, was vor den Vorfällen geschah. Das führt dann leider dazu, daß man hinausgeht und nicht so recht das "Warum" versteht. Daher nicht top, aber auf jeden Fall gut anzusehen.



26.02.2004

12:00 Uhr

Boris Dollinger schrieb:

Interessanter und gut gespielter Film, der jedoch trotz der Thematik und der guten darstellerischen Leistungen auf seltsame Weise kalt lässt, und es leider nicht schafft Interesse am Schicksal seiner Figuren aufkommen zu lassen. Äußerst gelungen und absolut überzeugen ist dagegen der im Vorprogramm laufende Kurzfilm "True" von Tom Tykwer!



<< < 1 2 > >> 

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige