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Verkehr

Weniger Autos im Zentrum

Die GAL fordert Haushaltsmittel für ein neues Verkehrskonzept für die Kernstadt. Zudem möchten die Grünen in der Ortsdurchfahrt Tempo 30 einführen.

29.11.2016

Von Cristina Priotto

Durch die Obere und Untere Hauptstraße fahren täglich tausende Autos. Die Grün-Alternative Liste möchte dies ändern.Bild: Priotto

Vor 20 Jahren hat das Büro Siebrand und Schächterle aus Ulm zuletzt ein Verkehrsgutachten für Sulz erstellt. „Es wäre an der Zeit, sich mal wieder Gedanken über die Zukunft des Verkehrs in der Kernstadt zu machen“, findet Heidi Kuhring. Das Hauptanliegen: Der Durchgangsverkehr soll konsequenter aus der Innenstadt herausgehalten werden. Die GAL möchte daher in der nächsten Gemeinderatssitzung einen Antrag stellen, dass im Haushalt 2017 hierfür Mittel eingestellt werden.

Barrierefreiheit schaffen

Die GALier möchten ihre Überlegungen dabei nicht nur auf den motorisierten Verkehr beschränken: „Wenn man es neu denkt, muss man den öffentlichen Verkehrsraum auch im Sinne von Barrierefreiheit neu gestalten“, beschrieb Heidi Kuhring am Montag bei einem Pressegespräch das Anliegen der Sulzer Grünen. Das Augenmerk müsse auf allen Nutzern liegen, also auch auf Fußgängern, Radfahrern und Menschen, die auf Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind. Denn an der Barrierefreiheit hapert es in der Kernstadt gewaltig: Bei den Randsteinen fehlen oft Übergänge.

Die GAL sieht ihren Antrag als Denkanstoß, denn: „Wir sind keine Verkehrsexperten“, räumt Kuhring ein.

Miteinbeziehen möchte die GAL auch die jetzige Lage zwischen Bahnhofs- und Freudenstädter Straße. „Warum nicht ein Kreisel?“, stellt Heidi Kuhring eine Möglichkeit in den Raum.

Zudem wünschen sich die Grünen, dass im Zuge einer Neukonzeption des Verkehrs in der Kernstadt auch der Neckartalradweg und die Radwege zu den Schulen auf den Prüfstand kommen.

Den GALiern ist bewusst, dass der Handels- und Gewerbeverein in Überlegungen zu einer möglichen Verkehrsberuhigung in der Innenstadt miteinbezogen werden muss. „Parkplätze möglichst nahe an den Geschäften sind für den Einzelhandel wichtig“, weiß Jürgen Herbst. Von den Neckarwiesen und dem Wöhrd sind es zwar nur wenige Minuten zu Fuß ins Zentrum, dennoch benötige auch die Innenstadt Stellflächen. Die GAL sieht Potenzial auf dem Bauer-Gelände in der Neckarstraße, das im Besitz der Stadt ist, zumal wegen der Elly-Heuss-Knapp-Schule und des Ärztehauses dort notorische Parkplatznot herrscht.

Parken bislang überall gratis

Stichwort Parkplätze: Die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt sollte nach Auffassung der Grünen ebenfalls neu geregelt werden: Die GALier rechnen damit, dass sich im Zuge des häufigeren Umbaus von Geschäftshäusern zu Wohnzwecken ein steigender Bedarf an Anwohnerparkplätzen ergibt. Dennoch sollten auch für Kunden ausreichend zentrumsnahe Parkplätze zur Verfügung stehen. Denn im ländlichen Raum würde nun mal alles mit dem Auto erledigt.

Im Zuge des neuen Verkehrskonzepts möchte die GAL auch die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in der Kernstadt wiederaufgreifen, einen Vorschlag, zu dem es 1999 schon einmal eine Kampagne gab. „Gerade am Marktplatz herrscht reger Fußgängerverkehr, und auch für Fahrradfahrer ist die Innenstadt sehr gefährlich“, findet Herbst. Während der Schwerlastverkehr seit 2008 über die Umgehungsstraße geleitet wird, müssen die Schulbusse durchs Zentrum. Jürgen Herbst hält jedoch eine Einbahnstraßenregelung für die Obere und Untere Hauptstraße durchaus für realistisch. In den Stadtteilen läuft die Diskussion um die Einführung von Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten. Das grundsätzliche Problem ist jedoch, dass es sich dabei um Kreisstraßen handelt. Der Gemeinderat kann somit nur einen Empfehlungsbeschluss ans Landratsamt aussprechen, entscheiden müsste letzlich aber der Kreistag.

Aufgabe für Fachbüro

Kuhring ist zuversichtlich: „Das wird ein heiß diskutiertes Thema – aber erst einmal muss etwas auf dem Tisch liegen“. Für die Erarbeitung eines Verkehrskonzepts soll ein Fachbüro zu Rate gezogen werden. Den Antrag haben die Grünen auch an die Fraktionen von FWV, CDU und SPD geschickt, intensive Gespräche stehen aber noch aus. Einen zeitlichen Horizont für die mögliche Umsetzung haben sich die GALier nicht gesteckt. Der Antrag soll aber ein Startschuss für eine Diskussion sein, denn der Verkehr heute ist anders als vor 20 Jahren.

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Erstellt:
29. November 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. November 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. November 2016, 01:00 Uhr

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