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Wohnkomfort mit Aladien
Die 50-Jahres-Festschrift und ein SCHWÄBISCHES TAGBLATT mauerte die Evangelische Heimstiftung (vorne rechts und links: Geschäftsführer Bernhard Schneider und Leiterin Heike Merz vom Luise-Wetzel-Stift) am Freitag in den Grundstein ein.Bild: Faden
Wohnungen für Ältere

Wohnkomfort mit Aladien

Neue Wege geht die Evangelische Heimstiftung auf der Wanne. Dort entstehen 32 Wohnungen für ältere Menschen mit Pflegebedarf.

26.03.2018
  • Christiane Hoyer

Am Freitagnachmittag hatte die Heimstiftung (EHS) beteiligte Architekten, Baufirmen, die Heimleitung des Luise-Wetzel-Stifts, den Kreisseniorenrat, Gemeinderäte, Tübingens Erste Bürgermeisterin und den Sozialdezernenten nebst Wohnungsgesellschaft GWG und Dekanin Elisabeth Hege zur Grundsteinlegung eingeladen. Der EHS-Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider bezeichnete das Vorhaben hinterm Wetzel-Stift mit einer Investitionssumme von über acht Millionen Euro als „Zäsur“ für das Quartier. Denn für den Neubau hatte der Generalunternehmer – die Münsinger Firma F.K. Systembau – zwei Häuser mit betreuten Wohnungen aus den 1970-er Jahren abreißen lassen.

In der Achse zwischen Luise-Wetzel-Stift, betreuten Wohnungen von 2009 und dem soeben fertig gestellten GWG-Neubau am Philosophenweg, unter anderem mit einer Wohngruppe für zwölf Senioren, will die Heimstiftung nun 32 moderne Pflege-Mietwohnungen und eine Tagespflege mit 15 Plätzen bauen. Neu an dem Konzept „Wohnen Plus“, so Schneider, sei, dass die Mieter so viel individuelle Hilfe bekommen wie sie selber brauchen und das neue technische Assistenzsystem „Aladien“, mit dem jede Wohnung ausgestattet ist. Aladien steuert über ein Tablet das Ein- und Ausschalten des Lichts und des Elektroherds, es bedient die Fensterrollläden, verfügt über Sturzsensoren und einen Hausnotruf. In Stuttgart, so Schneider, habe sich bereits ein Stammtisch Aladien gegründet, in dem sich die Nutzer zum regelmäßigen Tablet-Austausch treffen.

Im Neubau der Fries-Wilhelm-Residenz will die Heimstiftung mit seinem mobilen Dienst präsent sien. Die Tagespflege soll an sieben Tagen in der Woche zwischen 8 und 18 Uhr Angehörigen die Möglichkeit geben, die Pflegebedürftigen betreuen zu lassen und sie abends wieder abzuholen. Die Ein- bis Drei-Zimmer-Apartments sollen zwischen 33 und 80 Quadratmeter groß werden, über ein barrierrefreies Bad verfügen und einen Balkon haben.

Geplant sind nach Auskunft des Tübinger Architekturbüros Haefele Architekten vier Geschosse. Gottfried Haefele lobte bei der Grundsteinlegung die „fruchtbare Zusammenarbeit mit der GWG“. Man habe im vorhabenbezogenen Bebauungsplan Anfang 2000 noch vor dem Neubau des Luise-Wetzel-Stifts das Areal zwischen Wezel-Stift und GWG-Haus am Philosophenweg in den neuen Plan miteinbezogen. Nun sei eine fußläufige Achse von fünf Gebäuden „wie an einer Perlenschnur aufgereiht“ entstanden.

Für die Stadt Tübingen war die Grundsteinlegung am Freitag „ein richtig guter Tag“, freute sich Tübingens Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast in ihrer Ansprache. Mit den neuen Wohnungen, die im Sommer 2019 bezugsfertig sein sollen, sei man in der Umsetzung des Pflegebedarfsplans „einen guten Schritt weiter“. Die Stadt wolle weiterhin ihr Konzept umsetzen, älteren Menschen möglichst in ihrem Quartier Wohnalternativen anbieten zu können. Auf der Wanne entstehe ja nun auch ein Bürgertreff. So könnten nachbarschaftliche Kontakte und Hilfen entstehen. Allein in Tübingen lebten 13 000 Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Viele von ihnen seien
ehrenamtlich sehr engagiert und nicht wegzudenken aus der Seniorenarbeit.

Frank Bechle vom Generalunternehmer erinnerte an das Jahr 2007, als seine Firma das alte Luise-Wetzel-Stift abgerissen und neu gebaut habe – im ersten Jahr der Finanzkrise. Er wünschte ebenso wie die Heimleiterin Heike Merz einen „guten unfallfreien Bauverlauf“, Dekanin Elisabeth Hege gab „Segen und Geleit“. Auf der Baustelle mauerten die Verantwortlichen anschließend eine Kassette ein mit der Festschrift des Wetzel-Stifts aus dem Jahr 2012 , den Bauplänen und einer TAGBLATT-Ausgabe.

Neubau Friess-Wilhelm-Residenz

Bauvolumen: 8 Millionen Euro; Bauträger: Evangelische Heimstiftung; Generalunternehmen: FK Systembau, Münsingen; Architekt: Haefele Architekten, Tübingen.

32 Wohnungen: Ein- bis Drei-Zimmer-Appartments, barrierefreies Bad und Balkon über vier Geschosse.

Im Erdgeschoss entsteht eine Tagespflege mit 15 Plätzen. Die Evangelische Heimstiftung ist in dem Neubau mit einem ambulanten Dienst präsent. Der Neubau soll im Sommer 2019 bezugsfertig sein.

Zwischen den bestehenden ambulant betreuten Wohnungen, dem GWG-Neubau und der Fries-Wilhelm-Residenz soll ein „Generationengarten“ entstehen.

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26.03.2018, 01:00 Uhr

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