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Familientradition

Würdige Nachfolgerin

Ursula Bareis übernimmt das Gasthaus Germania in der Altheimer Straße und führt die Tradition in der vierten Generation fort.

10.08.2018
  • Dagmar Stepper

Lange Zeit war ungewiss, wie es mit dem Traditionsgasthaus Germania in der Altheimer Straße weitergehen wird. Seit über 100 Jahren ist es im Familienbesitz. Elisabeth und Gerhard Bareis hatten die Gaststätte 1977 nach ihrer Hochzeit in dritter Generation übernommen. Doch im Dezember vergangenen Jahres endete ihre Ära nach über 40 Jahren erfolgreicher Führung krankheitsbedingt. Die Germania schloss die Türen und hinterließ eine Lücke im Angebot der Horber Gastronomie. Im Städtle bedauerten die Leute, dass die alten Traditionshäuser immer weniger werden.

Daher verbreitete es sich auch wie ein Lauffeuer, dass die Germania seit gut einer Woche wieder geöffnet ist. Ursula Bareis, eine Tochter von Elisabeth und Gerhard Bareis, führt nun die Gaststätte in vierter Generation. Die erste Woche war für sie ein Testlauf. Und er war sehr erfolgreich. „Gestern Abend wurden wir fast überrannt“, erzählt die 35-Jährige mit einem Lächeln.

Sie hat lange mit sich gerungen, ob sie das Wagnis eingehen soll. Sie wollte die Familientradition aufrecht erhalten, aber eine Gaststätte bedeutet auch ein Risiko. Im Dezember fasste sie den Entschluss, dass es weitergehen soll. Aber zuerst musste ein Businessplan her. Ursula Bareis hat sich mit der Dehoga beraten, mit der Bank gesprochen und dann kam der Moment, wo sie wusste: Ja, das wird klappen. Man sieht ihr die Erleichterung und die Freude an.

Ursula Bareis weiß, was auf sie zukommt. Sie hat zwar Bankkauffrau gelernt, aber nur knapp drei Jahre in dem Beruf gearbeitet. Danach half sie in der Germania im Service und in der Küche mit. Daher wollte sie die das Ende auch mit allen Mittel verhindern. Momentan hat die Gaststätte nur abends geöffnet, außer am Sonntag, da ist auch über Mittag offen. Aber langfristig ist ein Mittagstisch ihr Ziel. Als Koch konnte sie Patrick Hülsenbeck aus Freudenstadt gewinnen. Sie selbst wird im Service helfen, in der Küche, die Buchhaltung erledigen, die Organisation, den Einkauf. „Eben selbst und ständig.“

Neben festangestellten Kräften helfen auch ihre Eltern und ihre Schwester mit. Darüber ist sie dankbar. Es ist ihr ein Herzensanliegen, das zu sagen: Der Dank an die Familie, die Freunde, die Stammkunden, die sie bei ihrem Vorhaben so unterstützt und bekräftigt haben.

Die 35-Jährige will die über 100-jährige Tradition fortführen, sie will aber auch neue Akzente setzen. Das Erscheinungsbild der Gasträume hat sie behutsam geändert, die Theke ist neu, auch die Speisekarte hat sie erweitert. Es gibt Fisch, saisonale Gerichte und neben Kässpätzle ein zweites vegetarisches Gericht. „Aber die Kässpätzle bleiben, genauso wie der Zwiebelrostbraten und die Salatplatte“, betont sie. Dafür ist die Germania nämlich bekannt.

War Gastronomin das, was sie sich immer gewünscht hat? Ursula Bareis überlegt und antwortet mit einem „Jein“. Aber im vergangenen Dezember hat sie sich bewusst entschieden: „Den Weg habe ich jetzt ausgesucht, und ich hoffe, dass alles gut gehen wird.“ Das hoffen auch ihre Eltern. „Es freut uns sehr, dass sie das Haus weiterführt. Aber es ist auch eine große Aufgabe“, sagt Elisabeth Bareis.

Seit 1912 in Familienbesitz

Die Familie Bareis hatte schon immer die Gastronomie im Blut,

so auch die Eltern der aktuellen Germania-Wirtin Ursula; Elisabeth geb. Bareis und Gerhard Bareis. Elisabeth Bareis stammt aus dem Goldenen Adler in Horb, der seit Jahrzehnten im Besitz ihrer Familie ist.

Gerhard und Elisabeth Bareis leiteten die Germania bis 2017 als dritte Generation im Familienbesitz.

Die Germania hatte dereinst den Namen Reichskneipe. Den vier Töchtern des damaligen Wirtes, des Metzgermeisters Josef Bareis, soll der Name nicht vornehm genug gewesen sein. Josef und Maria Bareis hatten die Wirtschaft im Jahr 1912 erst von einem Verwandten gepachtet und dann gekauft.

Sie führten das Geschäft, eine gute Vesperwirtschaft, bis zum Jahr 1953. Richard, der Sohn und dessen Frau Hermine geb. Leucht aus Sigmarswangen, übernahmen den Betrieb von den Eltern, bauten auf deren Tradition auf und ihr Angebot aus. Besonders in der Küche, in der die leidenschaftliche Köchin Hermine den Kochlöffel führte.

Auch äußerlich gab es einige Veränderungen. Ein Nebenzimmer wurde gebaut und die gut frequentierte Kegelbahn wurde renoviert. Da war es kein Wunder, dass der jüngste des Gastronomenehepaars, Gerhard, den Beruf des Kochs erlernte.

So vorbereitet übernahm er im Jahr 1977 nach seiner Hochzeit mit seiner Frau Elisabeth den Gasthof von seinen Eltern.

Im Dezember 2017 endete die Ära Elisabeth und Gerhard Bareis nach 40 Jahren erfolgreicher und anerkannter Arbeit .

Doch mit Tochter Ursula Bareis fand sich im Sommer 2018 eine würdige Nachfolgerin.

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10.08.2018, 01:00 Uhr

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