Gewerbe

Zieht der Discounter nach Horb?

Das Unternehmen Norma interessiert sich für eine Ansiedlung im geplanten Gewerbegebiet in Ahldorf. Für Eutingen wäre der Umzug des Logistikzentrums und zweitgrößten Steuerzahlers der Gemeinde ein Rückschlag.

13.12.2017

Von Maik Wilke

Sucht Norma den Ausgang aus Eutingen? Zumindest interessiert sich das Unternehmen für einen Standort im von der Horber Stadtverwaltung geplanten Gewerbegebiet in Ahldorf. Bild: Wilke

Sucht Norma den Ausgang aus Eutingen? Zumindest interessiert sich das Unternehmen für einen Standort im von der Horber Stadtverwaltung geplanten Gewerbegebiet in Ahldorf. Bild: Wilke

Noch ist nicht einmal die Untersuchung des möglichen Gewerbegebiets in Ahldorf abgeschlossen, da werden schon erste Kandidaten für eine Ansiedlung der 25 Hektar umfassenden Fläche gehandelt. Genannt wird hier Norma, der Lebensmittel-Discounter mit Zentrale in Nürnberg. Und das anscheinend zurecht. Frank Baderschneider, Leiter der Niederlassung in Eutingen, bestätigt das Interesse auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE: „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt Horb. Mehr aber auch nicht.“ Soll bedeuten: Ein Umzug des Logistikzentrums aus Eutingen ist – auch wenn die Idee erst am Anfang steht – durchaus vorstellbar.

Seit 33 Jahren hat Norma seine Niederlassung im Gewerbegebiet Dorfwiesen, ist der zweitgrößte Steuerzahler der Gemeinde Eutingen. Doch das Unternehmen möchte das hiesige Zentrum ausbauen, die Fläche in der Eutinger Daimlerstraße ist allerdings erschöpft. Eine Ausweichfläche in Eutingen ist derzeit nicht in Sicht, lediglich das Gelände um den Flugplatz käme in Frage, doch für dieses liegt dem Eutinger Gemeinderat noch kein Planungsrecht vor.

Reaktion auf Ablehnung?

Das mögliche, ebenfalls nah an der Autobahn gelegene Gewerbegebiet in Ahldorf, gegen das sich heftiger Widerstand aus der Bürgerschaft formiert, scheint für Norma daher zur Alternative zu werden. Auch wenn selbst Baderschneider betont: „Dort muss man erst einmal abwarten, wie sich das entwickelt. Noch ist dort ja gar nichts sicher.“

Ein Umzug aus Eutingen würde, sollte er denn überhaupt kommen, noch weit in der Zukunft liegen. Dennoch wäre es für die Gemeinde ein herber Schlag. „Es gingen Arbeitsplätze verloren. Gewerbesteuereinnahmen würden wegfallen“, erklärt Armin Jöchle. Eutingens Bürgermeister schränkt mögliche Befürchtungen jedoch gleich ein: „Es ist aber davon auszugehen, dass im Falle eines Wegzugs ein anderer Logistiker sich dort ansiedelt.“ Zudem würde sich die Höhe des Wegfalls nicht allzu gravierend auswirken, da der Lastwagenverkehr geringer werden würde.

Dass sich ein expandierendes Unternehmen bis zu einer Entscheidung auch nach Alternativen umschaut sei überdies nicht ungewöhnlich, erklärt Jöchle. Dennoch: Für das Unternehmen Norma war die Entscheidung des Gemeinderats, einen Edeka-Vollsortimenter entlang der Stuttgarter Straße bauen zu lassen und einer Discounter-Filiale von Norma zu bevorzugen, eine Enttäuschung. Orientiert sich die Firma deshalb mit ihrer Niederlassung nach Horb? Baderschneider zögert auf diese Frage, sagt dann aber: „Nein, das hat damit nichts zu tun. Wir haben auch mit der Eutinger Gemeindeverwaltung Gespräche geführt, sind aber nicht zusammengekommen und damit möchte ich es auch belassen.“

Um das Unternehmen am Ort zu halten, hat die Gemeinde die Option mit dem Flugplatzgelände aufgezeigt, so Jöchle, der klarstellt: „Wir sind weiter für Gespräche mit Norma offen.“ Das Interkommunale Gewerbegebiet Empfingen/Horb/Eutingen sei für Baderschneider keine Option. Zumindest bisher: „Darüber haben wir im Unternehmen noch nicht gesprochen.“

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Erstellt:
13.12.2017, 01:00 Uhr
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zuletzt aktualisiert: 13.12.2017, 01:00 Uhr

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