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Benefizkonzert

Bis der Schweiß von den Wänden tropft

Ordentlich gerockt wurde am Samstag bei der dritten Auflage von „Rock gegen Gewalt“ im rappelvollen Marmorwerk.

21.11.2016
  • Jochen Stöhr

Fast aus allen Nähten platzte das Jugendhaus „Marmorwerk“ im Reibegässle am Wochenende zur dritten Auflage des Festivals „Rock gegen Gewalt“. Ziemlich genau vor einem Jahr fand die erste Neuauflage des Benefizkonzerts in der Horber Kaserne statt. Der temporäre Umzug hat dem Erfolg der Veranstaltung nicht geschadet. Im Gegenteil. An diesem Ort wurde bereits vor vielen Jahren die Ur-Ausgabe dieser Veranstaltung gefeiert (die SÜDWEST PRESSE berichtete).

In musikalischer Sicht hatten die Veranstalter um Christian Ott (Musikschule Lautpegel) und Madeleine Wolf vom Jugendreferat wieder drei Bands an Land gezogen, die gut ins bewährte Konzept passten. Sprich: Es gab keine seichte Popmusik zu hören, sondern Deftiges um die Ohren. Passenderweise lag am Eingang eine Box mit Ohrstöpseln bereit. Laut sollte der Abend werden. Sowohl in musikalischer Sicht als auch inhaltlich nahmen die Bands kein Blatt vor den Mund.

Ott begrüßte die Besucher mit dem Hinweis, dass alle Bands „für umme“ spielen und bedankte sich vorab bei den ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren. Den Anfang machte die Band mit dem außergewöhnlichsten Namen des Abends: Das Duo „Astra van Nelle und der Lorbeerstorch“ spielten unkonventionelle und handgemachte Klänge und zeigten, dass man auch in Minimalbesetzung ordentlich Krach machen kann. „Seid ihr echt so einfach zu beeindrucken?“, fragten sie die Zuhörer im ersten Lied und gaben zu, „etwas anstrengend“ zu sein. Denn die beiden Akustik-Punkrocker hatten sozialkritische Texte zum Nachdenken im Gepäck – sowie ihre tags zuvor veröffentlichte neue CD. Gegen Vorurteile und falsche Nostalgie rockte das Duo, zwischen ernsthaft und humorvoll, während es vor der Bühne immer voller wurde.

Spenden gehen an Frauenhilfe

Über den diesjährigen Spendenzweck informierte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Frauenhilfe Freudenstadt. Als „Anlaufstelle für Frauen“, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, beschrieb er das Ziel des Vereins, der seit September auch eine Zweigstelle in Horb hat. Jede vierte Frau habe schon Gewalterfahrungen erleiden müssen.

Als zweite Band des Abends kündigte sich ein akustisches Gewitter namens „Katinka“ an. Die Band war aus Mannheim angereist und musste mit Aushilfe an Schlagzeug und Keyboard auskommen, was der Spielfreude aber keinerlei Abbruch tat. Die kleine Frontfrau überzeugte mit großer Stimme und rollendem „r“ und erwies sich, ebenso wie ihre Mitmusiker, als echtes Energiebündel. Die harten, leicht psychedelischen Rockklänge wurden hin und wieder durch sphärische, elektronische Passagen erweitert.

Härtemäßig wurde dann beim Headliner des Abends nochmal eine Schippe drauf gelegt. Mit wütendem Gesang gepaart mit harten Riffs lieferte die Stuttgarter Band „Noise Concept“ die akustische Vollbedienung. Die Band spielte zwar nach eigener Aussage erst ihren vierten Auftritt, besteht aber aus erfahrenen Musikern, die man von Bands wie „Sacrety“, „Aliens ate my setlist“ oder „Crooked Youth“ her kennt. Ganz nach dem Titel ihrer ersten, gerade veröffentlichten EP „Rage“ (deutsch: Wut), verpackten sie ihre Botschaft in kraftvolle, energiegeladene Rocksongs. Vor der Bühne war wildes Tanzen angesagt, soweit es der begrenzte Platz noch zuließ. Mit einer Zugabe gegen Mitternacht verabschiedete sich das Quintett, nicht ohne sich zu bedanken, Teil dieses „großartigen Projekts“ sein zu dürfen.

Wie auch in den vergangenen Jahren sollen die Einnahmen durch den Getränkeverkauf und die Spenden aus der Kasse für den guten Zweck verwendet werden. Bei den ersten beiden Ausgaben von „Rock gegen Gewalt“ konnten dabei schon ansehnliche Summen für den Freundeskreis Asyl und für die Stiftung Eigen-Sinn gesammelt werden.

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21.11.2016, 01:00 Uhr

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