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Kommentar

Bonde muss bleiben!

Am nächsten Montag soll der Koalitionsvertrag der neuen grün-schwarzen Landesregierung vorgestellt werden, bis dahin wird noch wild über das Personal des künftigen Kabinetts spekuliert. Auch wenn wir letztlich an Ministerinnen und Ministern nehmen müssen, wer kommt – einen Wunsch würden wir schon noch gerne loswerden: Alexander Bonde sollte auf jeden Fall Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bleiben!

29.04.2016
  • Thomas de Marco

Denn es gibt wenige Politiker, denen ihr Job so offensichtlich Spaß macht wie dem Grünen aus dem Schwarzwald. Das hat er aber nicht für sich behalten, sondern mit seinen Presse-Mitteilungen auch alle Journalisten wissen lassen.

In den vergangenen fünf Jahren ist kaum ein Tag vergangen, an dem aus dem Bonde-Ministerium nicht mindestens eine Erklärung verschickt wurde. Die Verlautbarungen sind zumeist so angerissen: „Slow Food in Stuttgart eröffnet/Bonde: ‚Lebensmittel sind wertvoll – bewusster Einkauf von Produkten aus der Region stärkt heimische Landwirtschaft.‘“ Neben dem Essen reichte die Palette der Minister-Mitteilungen vom Ausbau des Breitbands über Urlaub auf dem Bauernhof, 500 Jahre Reinheitsgebot des Bieres, Bärlauchsammeln und die Preissituation in der Landwirtschaft bis zum Kampf gegen die Blauzungenkrankheit – alles Beispiele aus den vergangenen Wochen.

Vor allem versorgten Bonde und sein Stab die Presse immer wieder mit spannenden Tiergeschichten. So ist neulich ein zweiter Luchs mit einem Senderhalsband ausgestattet worden, weil beim ersten Exemplar mit dem Namen Friedl die Batterie des Halsbands bald den Geist aufgibt. Der nun neu sendende Luchs, dessen Laufwege wissenschaftlich analysiert werden können, streift künftig unter dem Kunstnamen „B433“ durch die Wälder. Hoffentlich wird er da bei der Auswertung der Daten nicht mit einer Bundesstraße verwechselt.

Unverwechselbar sind und bleiben auf jeden Fall Bonde-Mitteilungen wie „Osterfest bietet Zeit für genussvolles Essen und Wertschätzung von Lebensmitteln“. Wer in unserer Branche immer mal Bedenken verspürt haben sollte, ob genug Material für die Zeitungsseiten des nächsten Tages zusammenkommt – aufs Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ist fünf Jahre lang immer Verlass gewesen. Deshalb ist es beruhigend zu wissen, dass in gewöhnlich gut informierten grünen Kreisen kursiert, Bonde habe sehr gute Chancen, in (s)einem Ministeramt zu bleiben. Aber das ist noch Spekulation.

Verbürgt ist dagegen, dass der Reutlinger Landtagsabgeordnete Thomas Poreski, der erstmals das Direktmandat für die Grünen geholt hat, bei den Koalitionsgesprächen im Bereich Bildung mit am Verhandlungstisch gesessen ist. „Dabei ist es gelungen, in diesem schwierigen Feld ein konstruktives Klima zu erzeugen. In vielen Punkten sind gute Lösungen gefunden worden. Letztlich ist der Schulfriede immer nur ein Kompromiss – aber einer, der beiden Seiten zugute kommt“, sagt Poreski.

Ob sich der Verhandlungspoker auch für den Reutlinger Abgeordneten persönlich auszahlt, wird sich demnächst zeigen. Denn auch die Personalie Poreski wird gehandelt, wenn es um künftige Staatssekretärs-Posten geht. In ein paar Tagen werden wir auch da mehr wissen.

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29.04.2016, 01:00 Uhr

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