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Unwetterfolgen

Das wahre Schadensausmaß ist noch unklar

Gestern wurden in Waldachtal die Unwetter- und Überflutungsschäden von Seiten der Gemeindeverantwortlichen und der Betroffenen in Augenschein genommen – und natürlich wurde allenthalben mit den Aufräumarbeiten begonnen.

14.06.2018
  • nc

Wie gestern aktuell berichtet, war in den späten Nachmittagsstunden ein Unwetter über Waldachtal hinweggezogen, das viel Regenmengen in kurzer Zeit herunter prasseln ließ. Dadurch verwandelten sich Bäche wie die Waldach plötzlich in reißende Wildwasser, es ergossen sich Wasserströme über Wiesen und Flurwege – und die Überflutungsmengen strömten den Tiefpunkten, Senken und Talsohlen zu, was für Teilorte wie Lützenhardt, Tumlingen und weitere Umliegende vollgelaufene Keller, wasserüberflutete Platzbereiche, auseinandergerissene Straßendecken und angestaute Schutt- und Geröllmengen in den Ortsmittelagen bedeutete.

Wie gestern aus der Krisenzentrale, dem Feuerwehrzentrum Waldachtal, berichtet, hatten die Einsatzkräfte der Wehren aus Waldachtal, Pfalzgrafenweiler und Schopflich insgesamt 66 Einsatzstellen zu „versorgen“. An 46 konnte aktiv helfend eingegriffen werden, beim Rest besserte sich die Lage entweder durch wieder fallende Wasserpegel, dank Eigenhilfen und durch andere Umstände. Besonders betroffen waren die Ortsdurchfahrt Lützenhardt, nachdem die Waldach über die Ufer getreten war und weite Bereiche überschwemmt hatte. Ebenso die gesamte OD Tumlingen, wo auch über 200 Meter Straße komplett verwüstet wurden. Über das ganze Schadensausmaß liegen noch keine Schätzungen vor. Die zahlreichen Einzelfälle und Vorkommnisse sind noch gar nicht detailliert aufgenommen und bewertet.

Weil am Dienstag nach den Flutwellen in Lützenhardt eine Ortschaftsratssitzung anberaumt war, konnte Ortsvorsteher Ludwig Blum sozusagen unvermittelt und aktuell über die Auswirkungen des Starkregens berichten. Die Sitzung begann eine Viertelstunde später, weil Blum noch zu einer Überschwemmungsstelle geeilt war. Und er hatte mit Bürgermeisterin Annick Grassi – in Einsatzleitungs-Feuerwehrkluft gekleidet – sich über die Ereignisse ausgetauscht. Um 19 Uhr am Dienstag bestimmten Blaulicht-blinkende Feuerwehrfahrzeuge, emsig agierende Wehrmänner und Geröll wie Schlamm wegschiebende Bürger die dörflichen Szenerien. Salzstetten und Tumlingen hat es beträchtlich erwischt, sagte Blum.

Er berichtete von der überfluteten Straße in Heiligenbronn und den Wassermassen im Gewann Himmelreich, wo man schon die Sporthalle geschädigt wähnte. Im Bereich des Bus- und Reiseunternehmens Schweizer sowie beim „Treff 3000“ war ein richtiger See entstanden. Franz Schweizer hatte freilich um 20.20 Uhr die Waschstraße und das Tankstellenareal schon wieder fast besenrein.

Blum berichtete weiter, dass beim „Treff“ auf dem Parkplatz die Autos „abgesoffen“ seien und das Geschäft wegen Reinigungsarbeiten vorübergehend schließen musste. Bei drei Fahrzeugen stand das rasch ansteigende Wasser bis über die oberen Radränder, sie konnten nicht weggefahren werden. Blum hatte von der Verheerung in seinem Freudenstädter Büro erfahren: „Als ich den ersten Anruf über die Flutwellen bekam, konnte ich es gar nicht glauben.“

Die Schwabswiese-Straße in Tumlingen müsse rasch wieder instandgesetzt werden, sagte gestern Bürgermeisterin Annick Grassi, die Menschen dort seien ja quasi eingeschlossen. „Viel schlimmer finde ich aber die Schäden, die bei unseren Bürgern und Einwohnern entstanden sind“, meinte Grassi.

In einem Mehrfamilienhaus in der Schwabwiese war das Wasser in den Keller eingedrungen und hatte unter anderem der neuen Pellet-Heizung und den Böden den Garaus gemacht sowie viele persönliche Gegenstände in Mitleidenschaft gezogen.

Das Ausmaß der Schäden in der Waldachtal-Sporthalle kann derzeit noch nicht in vollem Umfang ermittelt werden. Ebenso ist noch unklar, wie umfangreich die erst kürzlich sanierte Sportanlage im Gewann Himmelreich beschädigt wurde.

Der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Waldachtal, Michael Krüger, gab immerhin nach eigener Einschätzung gestern leichte Entwarnung: „Da kommen wir vermutlich noch mit einem blauen Auge davon.“

SiegfriedSchmidt/Gabriele Weber/Andreas Wagner

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14.06.2018, 01:00 Uhr

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