Horb · Nahversorgung

Die „Tante M“ will nach Talheim

Einkaufen von 5 bis 23 Uhr: Eine moderne Schwester der Tante-Emma-Läden plant im November in die Räume der alten Kreissparkasse einzuziehen.

10.08.2022

Von Isabelle Vees

So ähnlich könnte es bald in Talheim aussehen: Der Tante M Laden Trillfingen bietet alles für den täglichen Bedarf. Der Laden hat bereits seit März 2022 geöffnet und wurde laut „Hohenzollerischer Zeitung“ „begeistert begrüßt“.Archivbild: Andrea Spatzal

So ähnlich könnte es bald in Talheim aussehen: Der Tante M Laden Trillfingen bietet alles für den täglichen Bedarf. Der Laden hat bereits seit März 2022 geöffnet und wurde laut „Hohenzollerischer Zeitung“ „begeistert begrüßt“.Archivbild: Andrea Spatzal

Es ist Sonntagnachmittag und die Freunde kommen zum Grillen vorbei. Plötzlich fällt ihnen auf: Grillkohle vergessen! Für die Bewohnerinnen und Bewohner Talheims könnte das bald kein Problem mehr sein: Die Chrisma GmbH aus Pliezhausen bei Reutlingen plant – so die Informationen auf deren Webseite – ab November eine Filiale des „Tante M“-Ladens in Talheim zu eröffnen. Nach Informationen der NECKAR-CHRONIK sind dafür die Räumlichkeiten der ehemaligen Kreissparkassen-Filiale im Talheimer Zentrum vorgesehen.

Wer ist diese „Tante M“?

Angelehnt an frühere Tante-Emma-Läden, bietet der Nahversorgungsshop laut eigener Beschreibung Lebensmittel, Drogerieprodukte und Haushaltsmittel für den täglichen Bedarf an. Der Vorteil: Öffnungszeiten von 5 Uhr bis 23 Uhr an 365 Tagen im Jahr. Selbst an Sonn- und Feiertagen können Kunden hier einkaufen. Und das ganz ohne Personal. Das Selbstbedienungskonzept ermöglicht es dem Franchise-Unternehmen, die Öffnungszeiten in diesem Umfang anzubieten. Bezahlt wird passend in Bar oder mit der EC-Karte. Zudem gibt es de Möglichkeit eine aufladbare Kundenkarte zu erwerben, mit welcher, ähnlich wie mit einem Geschenkgutschein, bezahlt werden kann. Da die meiste Zeit kein Personal vor Ort ist, wird der Laden streng videoüberwacht, um Diebstahl zu verhindern und gegebenenfalls direkt dagegen vorzugehen.

Produkte, die von Waschmittel über Obst und Gemüse bis hin zu Snacks und Co. reichen, könnten den Talheimern bald fußläufig zur Verfügung stehen. „Dabei kann und soll der Einkauf in unseren ,Tante-M‘-Läden nicht den Wocheneinkauf ersetzen, sondern die leicht zu erreichende tägliche Nahversorgung in der Ortsmitte sein“, so das Ziel der „Tante M“-Läden laut Webseite. In der Regel sind die Produkte etwas teurer als in den Discountern, dennoch billiger als an der Tankstelle. Beliefert werden die Shops von führenden Großhändlern in Deutschland wie Edeka und Rewe. Teilweise findet man auch deren Eigenmarken in den Regalen. Darüber hinaus bietet „Tante M“ bereits eine eigene Marke an, die man zum Beispiel auf Gewürzmischungen und Saucen wiederfindet. Fleisch- und Wurstprodukte sowie Frischwaren wie Eier, Obst und Gemüse werden von regionalen Anbietern eingekauft.

„Genial“, sagt der Talheimer Ortsvorsteher Anton Ade zu dem Konzept auf Anfrage, „wir suchen schon lange nach Möglichkeiten den Talheimern eine bessere Nahversorgung zu bieten“.

Mitten im Dorf

Tante M“-Läden findet man in Süddeutschland immer häufiger. „Der Standort-Schwerpunkt liegt dabei auf Ortschaften zwischen 700 und 4000 Einwohnern, die leider noch eine eingeschränkte oder gar keine Nahversorgung mehr haben“, schreiben die Verantwortlichen auf der „Tante M“-Webseite weiter.

Bereits 25 Läden gibt es, 31 Neueröffnungen sind in Planung. Ein Zuhause finden die Läden in der Regel in der Dorfmitte, gut zugänglich und barrierefrei, um alle Kunden empfangen zu können. Zweimal wöchentlich sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, die sich um den Zustand des Ladens kümmern und auch Neukunden bei den Bezahlvorgängen unterstützen.

Der Entwickler des Modells, Geschäftsführer Christian Maresch, kommt aus dem Kreis Reutlingen. Sein Ziel sei es, die „Tante M“-Kette auf lange Sicht bundesweit anbieten zu können.

Wer als möglicher Betreiber des Ladens in Talheim auftritt, ist bisher nicht bekannt. Weitere Informationen zur möglichen Ansiedelung in Talheim werden laut Ortsvorsteher Anton Ade am Freitagvormittag während eines Pressetermins bekanntgegeben, bei dem Fragen geklärt werden, welche Herausforderungen es noch zu bewältigen gibt und welche kommunalen Entscheidungen für eine Ansiedelung ausstehen.

Fest steht, dass es Aussicht auf Besserung der Nahversorgung in Talheim gibt. Talheimer wären damit nicht mehr unbedingt auf die Fahrt in den Discounter nach Hochdorf oder in die Supermärkte nach Horb angewiesen. Fehlende Grillkohle am Sonntagmittag, wäre für die Anwohner kein Problem mehr: Die könnte zukünftig ganz einfach per Fuß im ortsmittigen „Tante M“-Laden besorgt werden.

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Erstellt:
10.08.2022, 18:01 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 52sec
zuletzt aktualisiert: 10.08.2022, 18:01 Uhr

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