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„Endlich sagt das mal einer“
Timm Kern
Medien

„Endlich sagt das mal einer“

Timm Kern erzählt im Interview, wie er den Medienhype nach seinem verbalen Gefecht mit der AfD erlebte.

05.10.2016
  • Dagmar Stepper

Der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern sorgte am Mittwoch für eine Medienüberraschung: Nach einer Zwischenfrage des AfD-Abgeordneten Dr. Heinrich Fiechtner kam es zum verbalen Schlagabtausch und Kern bezeichnete die AfD als eine rechtsradikale Partei. Seine Begründung: „Wer Rechtsradikale in der eigenen Partei duldet, darf sich über den Vorwurf des Rechtsradikalismus nicht wundern.“ Innerhalb kurzer Zeit wurde das Wortgefecht von überregionalen Medien aufgegriffen und verbreitete sich im Netz. Wir sprachen mit Timm Kern, wie er diesen Medienhype erlebt hat.

Sie wurden ja richtig zur deutschlandweiten Medienberühmtheit nach Ihrem Schlagabtausch mit der AfD am Mittwoch im Landtag: Wie fühlt man sich als Star in den sozialen Medien?

Timm Kern: Die Resonanz hat mich schon sehr überrascht. Mir wurde gesagt, dass bis Montag über 800000 Menschen sich auf unterschiedlichen Internet-Plattformen meine Rede angesehen haben. Welt, Spiegel und Süddeutsche haben es in ihren Online-Diensten gebracht. Selbst in der Huffington Post kam es. Das habe ich bisher noch nicht erlebt. Es ist ein ungewohntes Gefühl, aber als Star fühle ich mich natürlich nicht.

Wie waren die Reaktionen: Überwog die Zustimmung oder die Ablehnung? Auf Ihren Facebook-Seiten liest man auch herbe Kritik an Ihnen.

Es gab beide Reaktionen. Ich kann aber nicht sagen, ob es mehr Zustimmung oder mehr Ablehnung gab. Denn durch sämtliche Internet-Kanäle habe ich mich nicht durchgeklickt. Ich habe aber auch sehr viele persönliche E-Mails bekommen, die mich gefreut haben. „Endlich sagt das mal einer“, „Diese deutlichen Worte waren überfällig“, „Danke für diese Worte“, diesen Tenor habe ich öfter gelesen. Natürlich gab es auch etliche Beschimpfungen und ich wurde sonst was genannt. Was genau, das sage ich nicht, das verbietet mir meine gute Kinderstube.

Gab es auch Hassattacken?

Das ist das falsche Wort. Aber manche erbosten Email-Schreiber meinten, dass ich die AfD-Wählerinnen und -Wähler pauschal als rechtsradikal bezeichnet habe. Das habe ich nicht getan und das würde ich auch nie tun. Es geht mir um manche führende Repräsentanten der AfD, die sich rechtsradikal äußern.

Nach all diesen Erfahrungen: Würden Sie es wieder sagen: Die AfD ist eine rechtsradikale Partei?

Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe. Die AfD darf sich nicht wundern, wenn man ihr rechtsradikale Tendenzen unterstellt. Denn sie toleriert bundesweit Leute, die am rechten Rand stehen. Vordergründig geben sich die führenden Personen als politische Saubermänner, aber gleichzeitig fischen sie bei Pegida ganz bewusst am äußersten rechten Rand. Der Schlagabtausch war so übrigens gar nicht geplant. Das kam erst nach der Zwischenfrage des AfD-Abgeordneten Heinrich Fiechtner. Aber ich war vorbereitet. Vor einiger Zeit habe ich rechtspopulistische Zitate der AfD recherchiert, damit ich sie benutzen kann, wenn von dieser Partei im Landtag ein Angriff kommt. Und die konnte ich am Mittwoch nun gut gebrauchen.

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05.10.2016, 01:00 Uhr

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