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Energie

Kampf den Energiefressern

Die Energieagentur in Horb kürt die Familie Laschinger aus Bildechingen als „Energiesparer des Monats“. Innerhalb von vier Jahren haben sich die Investitionen gelohnt.

18.10.2016
  • nc

Nachdem im Hause Laschinger die Stromabrechnung 2011 unglaubliche 6130 Kilowatt-Stunden (kWh) hervorbrachte, wurden Laschingers schon aufgrund der hohen monatlichen Abschlagszahlungen hellwach. Zwar waren schon längst Energiesparlampen montiert, aber das reichte nicht für einen wirklichen „Energiesparhaushalt“. Glücklicherweise kam hinzu, dass Michael Laschinger als Stadtrat durch seine aktive Mitwirkung an der ersten Klimakonferenz der Stadt Horb im Jahr 2011 eine hohe Motivation für die heimischen Energieeinsparungen mit sich brachte.

Infolge wurden alle großen elektrischen Haushaltsgeräte für zwei bis drei Wochen an ein Energiemessgerät der Energieagentur angeschlossen. Es waren zwar gut funktionierende deutsche Markengeräte, aber teilweise schon im jahrzehntelangen Einsatz. Die Überraschungen waren groß: Die 30 Jahre alte Gefriertruhe eines renommierten deutschen Herstellers kühlte einwandfrei, benötigte für diese Leistung jedoch den horrenden jährlichen Energieeinsatz von 600 kWh. Moderne Geräte in vergleichbarer Größe brauchen nur noch 120 kWh pro Jahr.

Die Messungen wurden an anderen Großgeräten fortgeführt – nicht jedoch an der Waschmaschine, die sich lieber selbst aus dem Rennen nahm und durch energiesparendes Marken-Modell ersetzt wurde. Der Einbau-Kühlschrank und der geliebte Flachbild-Fernseher aus der ersten Generation– mit 13 Jahren noch das jüngste Gerät – kamen alle unter die Energiespar-Lupe. Und siehe da, der Fernseher verbrauchte glatt so viel wie die alte „Gfriere“. Die Schlussfolgerung: Sehr hoher Energieverbrauch im Haushalt und enormes Einsparpotential.

In den darauffolgenden Jahren wurden nun alle Geräte sukzessive durch energieeffiziente Neugeräte ersetzt. Daneben wurden Zeitschaltuhren zwischengeschaltet, beispielsweise an die Pumpe des Gartenteichs und bei anderen Verbrauchern. LED-Lampen wurden dort konsequent eingewechselt, wo längere Nutzungszeiten zu verzeichnen sind.

In Summe konnte der Verbrauch beachtlich gesenkt werden: Von 6130 kWh im Jahr 2011 auf einen Jahresverbrauch von 3308 kWh im Jahr 2015. Das bedeutet eine Einsparung von 46 Prozent. Und dazu eine langfristig wirkende Kostenersparnis bei 27 Cent für die Kilowattstunde Strom von rund 762 Euro pro Jahr. Die Geräteinvestition selbst belief sich auf zirka 2000 Euro. So stellt sich der „Return On Invest“ also schon im vierten Jahr ein – soll heißen: Es hat sich gerechnet. Und das empfindet Familie Laschinger aufgrund der langfristig steigenden Energiepreise als sehr gute Sache. Wenn man zusätzlich die Umweltentlastung betrachtet, bedeutet dies eine Verhinderung des Ausstoßes von 855120 Liter CO“ im Jahr. Daraus kann man ersehen, dass auch kleine Anstrengungen privater Haushalte der Umwelt helfen und das Ziel der Energiewende greifbarer wird.

Schlussfolgernd lässt sich sagen: Jedes größere Elektrogerät, das mehr als zehn Jahre alt ist, gehört auf seine Effizienz hin mit einem Energiemessgerät überprüft. Hoch motiviert hat die Familie Laschinger aber noch weiter „am Stromzähler rückwärts gedreht“.

Nachdem der klassische Haushaltsverbrauch optimiert war, wurde eine Hocheffizienzpumpe für den Heizkreislauf eingebaut. Kostenpunkt 200 Euro mit Montage und eine Ersparnis von gut 60 Prozent. Das spart wieder zusätzlich 130 kWh im Jahr. Eine zweite Photovoltaik-Anlage wurde auf die Doppelgarage montiert und dient primär der Eigenstromerzeugung.

Knapp 40 Prozent des erzeugten Sonnenstroms werden selbst verbraucht, der Rest in das Stromnetz eingespeist und mit gut 12 Cent je kWh vergütet. Schätzungsweise kann damit der Stromverbrauch im Hause Laschinger in 2016 auf 2400 kWh gedrückt werden. Auch deshalb, weil „Hauschefin“ Conny Laschinger die Wasch- und Spülmaschine und den Wäschetrockner (sofern keine Freilufttrocknung der Wäsche möglich ist) wenn möglich nur noch an Sonnentagen laufen lässt, um möglichst viel Eigenstrom zu nutzen.

Warum gerade die Familie Laschinger?

Folgende Gründe sprechen aus Sicht der Energieagentur in Horb für die Auszeichnung:

In erster Linie vor allem die Bereitschaft der Familie Laschinger, dort anzusetzen, wo andere sagen würden: „Das bisschen Einsparung bringt doch nicht wirklich etwas…“

Die enormen Einsparungen, die erzielt werden konnten: Sei es durch den Austausch der Geräte oder den bewussten Energieeinsatz.

Mit einem „Return on Invest“ von vier Jahren handelt es sich bei der ganzen Sache um eine „hervorragende Investition“ (O-Ton Laschinger).

Die jährliche Einsparung von 855120 Liter CO₂ (entspricht in etwa 28 Tanklastzügen) ist enorm.

Die Weiterentwicklung
des Konzepts: Weitere Energiesparansätze sind angeleiert und angedacht.

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18.10.2016, 01:00 Uhr

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