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Kein Sprung ins kalte Wasser
Fachbereichsleiter Robert Hermann, die neue Integrationsbeauftragte Kristin Schober und Ehrenamtsbeauftragte Gisela Höpfer (von links) arbeiten eng zusammen. Bild: Stepper
Rathaus

Kein Sprung ins kalte Wasser

Kristin Schober ist die neue Integrationsbeauftragte von Horb. Auf die 23-Jährige wartet eine Fülle von Aufgaben – auf die sie sich freut.

11.11.2016
  • Dagmar Stepper

Kristin Schober lacht gern. Es ist ein offenes Lachen, das sich über das ganze Gesicht ausbreitet. Sie streckt die Hand zur Begrüßung aus und stellt sich als neue Integrationsbeauftragte der Stadt vor. Klein leichter Job, möchte man meinen. In den vergangenen Monaten hat sich die Welt und damit auch Deutschland verändert. Über eine Million Flüchtlinge
kamen hierher. Sie flüchteten
vor Kriegen, vor Hunger, vor
Verfolgung. Und manche dieser Menschen kamen auch in den Landkreis Freudenstadt und
nach Horb.

Das stellte die Behörden und die Bürger vor Herausforderungen: Unterkünfte mussten her, Kleidung, Nahrung. Doch damit hörten und hören die Aufgaben nicht auf. Das Stichwort dazu ist Integration. Der nächste Schritt ist das Einbinden in die Gesellschaft: Geeignete Kindergärten, Schulen für die Kinder finden, Deutschkurse organisieren, Behördengänge erledigen. Und die Flüchtlinge mit anderen Menschen in Kontakt bringen, wie Vereine und Asylcafés dazu die Möglichkeit bieten.

Schober bringt für die Stelle in Horb Erfahrungen mit. Die 23-Jährige hat ein duales Sozialwissenschaftsstudium beim Landratsamt in Reutlingen absolviert und dort auch ihre Bachelorarbeit geschrieben. Darin beschäftigte sie sich mit der Integration von Flüchtlingen im Landkreis Reutlingen und welche Konzepte sinnvoll und möglich sind. Für Horbs Fachbereichsleiter Robert Hermann hat die Ausbildung und die Abschlussarbeit Schober aus dem Feld von 30 Bewerbungen hervorgehoben und sie für den Job in Horb prädestiniert. Ursprünglich sollte die Stelle bereits im Sommer besetzt werden. Der Gemeinderat hatte im Frühjahr grünes Licht für die Stelle gegeben, der Zuschussbescheid des Landes lag vor. Doch da war Schober noch mit ihrer Bachelorarbeit beschäftigt. „Aber es war uns wert, zu warten“, sagt Hermann beim Pressegespräch.

Seit 17. Oktober sitzt Schober – sie stammt aus Starzach-Bierlingen – jetzt im Horber Rathaus. Sie teilt sich das Büro mit Gisela Höpfer. Das ist ein Glücksfall für sie. Denn sie wird peu à peu Höpfers Aufgaben in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit übernehmen. „Frau Höpfer ist ja eigentlich die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Horb“, sagt Oberbürgermeister Peter Rosenberger, „doch vor zwei Jahren mit den steigenden Flüchtlingszahlen ist sie bei der Integrationsarbeit in die Bresche gesprungen.“ Nun kann Höpfer in Ruhe ihre jüngere Kollegin einarbeiten und auch ein paar Überstunden abbauen.

Schober ist froh über diese Konstellation: „So ist mein Start hier in Horb kein Sprung ins kalte Wasser.“ Ihr Aufgabenbereich ist noch nicht genau zugeschnitten. Jetzt am Anfang geht es erst mal ums Netzwerken, Kontakte knüpfen, die Asylkreise und die Flüchtlinge kennenzulernen. Sie ist aber schon gut rumgekommen: Sie war schon in der Kleiderkammer, im Asylcafé, im Lenkungskreis, in der Flüchtlingsunterkunft in der
Ihlinger Straße, hat viele ehrenamtliche Helfer getroffen. „Ich
bin fasziniert, wie gut hier alles strukturiert und organisiert ist“, sagt Schober.

Die Flüchtlingsarbeit hat sie interessiert, daher hat sie sich auch in ihrer Bachelorarbeit damit beschäftigt. Aber es sei schon ein Unterschied zu ihren Aufgaben im Landkreis Reutlingen. Dort galt es 3099 Flüchtlinge zu betreuen, im Landkreis Freudenstadt sind es in der vorläufigen Unterbringung momentan 259 Personen. Bei positiven Asylbescheiden kümmert sich nicht mehr der Landkreis, sondern die Kommunen um die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Das nennt sich Anschlussunterbringung. Hier sind es 42 Personen. Mit diesen Menschen wird Schober am meisten zu tun haben.

Das sind ganz andere Zahlen, als noch vor einigen Monaten. Doch Höpfer sagt, dass dadurch die Arbeit nicht weniger geworden ist, sondern anders: „Wir können jetzt mehr in die Tiefe gehen. Es geht nicht mehr nur um reagieren, sondern um agieren.“ Schober sieht es genauso: „Es ist auf jeden Fall ein spannendes Aufgabenfeld.“

Die neue Integrationsbeauftragte

Kirstin Schober (23) stammt aus Starzach-Bierlingen. Sie hat beim Landratsamt Reutlingen ein duales Hochschulstudium absolviert und sich bei ihrer Bachelorarbeit auf die Integration von Flüchtlingsarbeit konzentriert. Wenn sie nicht arbeitet, reist sie leidenschaftlich gern in fremde Länder oder spielt in Bierlingen Fußball.

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11.11.2016, 01:00 Uhr

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