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Vier Wochen Budenzauber
Am Donnerstag beginnt der Reutlinger Weihnachtsmarkt. Bild: Haas
Weihnachtsmarkt

Vier Wochen Budenzauber

Am Donnerstag öffnen rund 100 Stände entlang der oberen Wilhelmstraße. Sogar Gotthilf Fischer kommt zum Singen.

22.11.2016
  • Thomas de Marco

Der verkaufsoffene Samstag mit Feuer und Eis ist ein publikumsträchtiger Vorgeschmack gewesen auf das, was in der Reutlinger Innenstadt in den nächsten vier Wochen zu erleben sein wird: Beim Weihnachtsmarkt werden 250 000 bis 300000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Los geht es am Donnerstag, 24. November, um 10.30 Uhr, offizielle Eröffnung ist einen Tag später am Freitag um 17.30 Uhr. Bis zum 22. Dezember werden in knapp 100 Buden Schmuck, Holzspielzeug, Kerzen, Weihnachtsschmuck, Töpferwaren und Süßigkeiten angeboten.

Mit dabei ist nach TAGBLATT-Informationen auch wieder die Marktbeschickerin, der im vergangenen Jahr übel mitgespielt worden war: Die damals 49-Jährige war eines Abends von einem Unbekannten auf der Heimfahrt in die Nähe von Weinstadt verfolgt und dann vor dem eigenen Haus ausgeraubt sowie verletzt worden war (wir berichteten).

Die Organisatoren haben wieder ein eigenes Markthäuschen aufgestellt, in dem an den Wochenenden Gäste aus den Reutlinger Partnerstädten Szolnok (Ungarn), Ellesmere Port (Großbritannien) und dem sächsischen Pirna Waren anbieten können. Unter der Woche ist diese Bude für Initiativen wie das Asylcafe reserviert. Auch sonst gibt es viele internationale Angebote: Eine in Eningen lebende chilenische Goldschmiedin verkauft Schmuck, es gibt Geschenke aus Nepal, Spezialitäten aus der Toskana, außerdem Salami aus Frankreich oder Hüte aus Australien.

Gastronomisch ist ebenfalls viel geboten – von ambulanter Verköstigung an Ständen bis zur größeren stationären Einkehr in beheizten Räumen: Am Albtorplatz bietet ein Betrieb 45 Sitzplätzen, bei der Marienkirche hält ein Gastronom sogar knapp 100 Sitzplätze bereit.

Preisuntergrenze für Waffeln

Während der vier Wochen wird auch ein üppiges Programm präsentiert: Auf der Bühne neben der Marienkirche erklingt in der Regel Besinnliches – von Kosakenchor bis Reutlinger Posaunenbläsern. Auf der Bühne am Albtorplatz sprechen von Donnerstag bis Samstag jeweils Livebands das jüngere Publikum an. Im Nikolausdorf beim Albtorplatz betreibt die TSG Reutlingen die Eisbahn, auf der auch Eisstockschießen angeboten wird. Schon 15 Grundschulen haben sich angemeldet, um im Sportunterricht aufs Eis zu gehen.

Für den 19. Dezember hat sich Gotthilf Fischer angesagt, um auf der Bühne neben der Marienkirche erstmals mit heimischen Sängerinnen und Sängern aufzutreten. Rund um die Marienkirche kann bei der Mitmachwerkstatt unter fachkundiger Anleitung gebastelt werden, nebenan werden in einer Jurte Märchen erzählt und ein Mitmach-Zirkus angeboten. Wer einen Weihnachts-Taler kauft, ist bei der täglichen Verlosung mit dabei.

Wenn ein Großereignis wie der Weihnachtsmarkt vier Wochen lang die Reutlinger Innenstadt prägt, dann bleibt auch Kritik nicht aus. So monieren einige, dass die Buden am Albtorplatz zu dicht am Fußgängerüberweg stehen und deshalb die Passage gefährlich machten (siehe Bild oben). Die Klagen seien bekannt, aber die vorgeschriebenen Richtwerte würden eingehalten, sagen die Organisatoren. „Wir können keinen Sicherheitsabstand von drei Metern einrichten – und haben dann kaum mehr Platz für Besucher“, sagt Norbert Brendle von der Marktwerkstadt.

Auch die Preisfestlegung für Waffeln und Pfannkuchen stößt auf Kritik: Weil diese nicht billiger als zwei Euro pro Stück angeboten werden dürfen, haben sich Vertreter von Schulen und Vereinen beklagt, die gerne weniger für das Selbstgebackene verlangen würden. „Diese Diskussion haben wir schon seit Jahren“, erklärt Brendle. Es sei allerdings ein Akt der Fairness gegenüber professionellen Waffelbäckereien, die im Gegensatz zu den Schulen und Vereinen Standgebühr zahlen müssen und Angestellte zu entlohnen haben.

Die Macher hoffen noch immer auf den Marktplatz

Nach wie vor hofft das Organisationsteam des Weihnachtsmarkts, weiter auf den Marktplatz vordringen zu können. „Darüber verhandeln wir seit drei Jahren“, sagt Regine Vohrer von der Marktwerkstadt. Sie hätte gerne, dass der Wochenmarkt etwa zehn Meter weiter Richtung Rathaus rückt, damit für den Weihnachtsmarkt quasi die Verlängerung der Wilhelmstraße frei wird. Laut Vohrer geht es um drei, vier Stände, die verlegt werden müssten. Bislang haben die Marktmacher immer nur einen Stand als Brückenkopf auf dem Marktplatz – diesmal ein Käseverkäufer aus Heilbronn, der auch Öle sowie Hochprozentiges wie einen Apfel-Whiskey-Punsch ausschenkt. Für seinen Auftritt in Reutlingen hat er extra einen Wagen anfertigen lassen.

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22.11.2016, 01:00 Uhr

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